U2 – War



Zum Abschluss unserer Vorstellung der momentanen U2-Wiederveröffentlichungen steht nun deren drittes Album “War“ (1983) auf dem Programm.

Wie auch die anderen beiden Mitglieder der Triologie (“Boy“ und “October“) wurden alle auf der Platte vertretenen Songs sorgfältig remastert und nun mit Liner Notes und noch nie zuvor gesehenen Fotos veröffentlicht. “War“ ist dabei das größte Ausrufezeichen und das erste wirklich politische Album der irischen Rocker.

Über 25 Jahre nach dem Erscheinen von “War“ umgibt die Platte immer noch eine thematische Aktualität. Die neueren Konflikte sind andere, aber das Menschen grausame und unnötige Kriege führen ist heute nicht anders als zur Zeit als “Sunday Bloody Sunday“ oder “New Year’s Day“ geschrieben wurden. U2’s drittes Album wurde weitestgehend wieder von Steve Lillywhite produziert und unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von den beiden Vorgängern. Der thematische Unterschied wurde bereits erwähnt – vom Erwachsenwerden (“Boy“) ging es zur Spiritualität (“October“) und mit “War“ ins Politische. Zusätzlich durfte The Edge zum ersten Mal an die Lead-Vocals (“Seconds“) und ganz besonders Larry Mullens Schlagzeugspiel geht dazu über einem militärischen Rhythmus zu ähneln und den Kreis zur Textthematik zu schließen. Bonos bekehrendes Politwesen gehört heutzutage zum Standart des Lederjackengutmenschen. 1983 war “War“ ein starker Schrei einer starken Band.

Auch der vorerst letzte Akt der U2 Remasters ist in verschiedenen Editionen erhältlich. Neben Vinyl bedeutet das, die reguläre Version mit dem Standartalbum und die obligatorische „Deluxe Edition“ samt Bonus-CD. Im Vergleich zu den Bonus-Discs von “Boy“ und “October“ fällt die “War“-Zugabe allerdings ein wenig spartanischer aus. Innerhalb der zwölf Tracks bekommt man vier verschiedene Versionen von “New Year’s Day“ und drei verschiedene von “Two Hearts Beat As One“. Liveversionen von “Fire“ und “I Threw A Brick Through A Window/A Day Without Me” und das bisher unveröffentlichte ”Angels Too Tied To The Ground” entschädigen allerdings für die Fülle der „Long-“, „Radio-“ und „U.S.-Mixe“ der beiden vorhin genannten ”War“-Tracks.

[Sascha Knapek]

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