State Radio @ Cooky’s, Frankfurt 2



State Radio Konzerte in Frankfurt sind so eine Sache. Als die Band aus Boston vor knapp zwei Jahren zum ersten Mal in der Mainmetropole aufschlug, fanden noch nicht einmal 40 Besucher den Weg ins ’Nachtleben’ (den Promoter und die Eltern von Frontmann Chad Urmston miteingerechnet). Der Intensität des Trios und dem Spaß der Zuschauer konnte dies damals wenig anhaben, aber eine gewisse Skepsis was einen erneuten Frankfurtausflug anging blieb selbstverständlich trotzdem. In Großstädten wie Hamburg, München oder Köln war damals doch ein wenig mehr los.

Am 19. März war es nun soweit. Zwar buchte man diesmal eine kleinere Location (das ’Cooky’s’ – ein in einem Wohnhauskeller beheimateter Club in der Nähe des Steigenberger Hotels), allerdings war diese proppenvoll. Geschätzte 100 Besucher heizten Urmston, Drummer Mike Najarian und Bassist Chuck Fay gehörig ein und ließen den Frankfurter Debütauftritt nach wenigen Augenblicken in Vergessenheit geraten. Von Chad Urmston darauf angesprochen wer denn schon beim letzten Mal da gewesen sei, herrschte relative Stille. Aber zum Glück ist Frankfurt lernfähig.

Eröffnet wurde der Abend – wie jeder dieser Tour – von Ghost Of Tom Joad aus Münster. Mit eher miesem und allgemein zu lautem Sound (das Mikro des Bassisten brauchte zum Beispiel einige Zeit bis es auch eingeschaltet wurde) konnte das Trio nicht so überzeugen wie am Vorabend im Kölner ’Underground’. Als Einheizer ganz brauchbar, jedoch am heutigen Abend eher drahtlos was die Beziehung zum Publikum anbetraf. Füßescharrend warteten die Anwesenden den Auftritt des Münsteraner Trios ab und gegen 22:30 Uhr wurde es dann so richtig heiß und spannend für die in allen ’Cooky’s’-Ecken verteilten Fans. Alle drei Radio’ler im Scheinwerferlicht zu positionieren ließ die sehr kleine Bühne zwar Anfangs nicht wirklich zu (Frontmann Urmston agierte nicht ganz unabgeneigt aus dem „Schatten“ heraus), dem Geräusch- und Pogopegel tat dies allerdings absolut keinen Abbruch. Urmston’s Sport den Armen wild-tanzender Jugendlicher vor der Bühne auszuweichen gerat schnell zu einem belustigenden Element der drei Hauptdarsteller. Man konnte sich das Schmunzeln des Öfteren nicht ganz verkneifen.

Entspannt chillig starteten Fay, Najarian und Urmston in ihr ungefähr 80-miüntiges Set. Barn Storming bereitete den Teppich für die Knochenbrecher Wicker Plane und Guantanamo; irgendwann wurde es dann auch dem mit roter Pudelmütze ausgestatteten Urmston zu heiß und selbige flog in die Ecke. “Gang Of Thieves“ und das mit neuen Teilpassagen versehene Mr. Larkin bildeten weitere Rockeckpunkte des Main-Sets; ergänzt durch die Reggaevibes von Gunship Politico, The Waitress und dem mit langem Jam daherkommenden Unfortunates entstand eine Mischung die den sehr eigenen Sound des amerikanischen Trios prima abbildete. Das musikgewordene Pamphlet Camilo beendete einen energisch hüpfenden Hauptteil, dessen Highlight unzweifelhaft das eher selten gespielte und kraftvoll vorgetragene Rash Of Robberies (Chuck Fay mit Dylan-Rig) vom aktuellen Album Year Of The Crow war.

Natürlich wollte Frankfurt jetzt noch nicht nach Hause. Die Rufe nach mehr erfüllte die Band zuerst mit “Democracy In Kind“ und danach mit Urmston’s Griff zur Ölkanistergitarre und “Man In The Hall“. Besonders bei der ersten Zugabe vermisste man eine etwas größere Bühne, da die gewohnt energischen Luftkämpfe von Bassist Fay und Gitarrist Urmston leider nur im Ansatz möglich waren. 80 Minuten Vollgas und ein volles ’Cooky’s’, was will man mehr?! Danke für die zweite Chance, State Radio!

Die Setliste:
Barn Storming, Wicker Plane, Guantanamo, People To People, Gang Of Thieves, Mr. Larkin, Rash Of Robberies, Gunship Politico, Unfortunates, The Waitress, Fall Of The American Empire, CIA, Camilo.
Encore 1: Democracy In Kind
Encore 2: Man In The Hall
[Sascha Knapek]


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