Bonnie 'Prince' Billy – Ask Forgiveness



Völlig ohne Ironie, R. Kelly´s “The World´s Greatest” covern, dem Song seiner Geschichte und Herkunft berauben, und nur für sich, komplett und neu, in Anspruch nehmen, das können vielleicht eine Handvoll Künstler, aber niemand so schön, so pur und so ergreifend, wie Will Oldham.“Better ask forgiveness than permisson”, der Leitspruch dieser EP, kann hier auch wörtlich genommen werden. So ist “Ask forgiveness” eine Cover EP und sie ist es nicht, eher eine Neubewertung, eine musikalische Restauration oder Zeitreise, gesehen durch die Augen Oldhams.

Und ohne der Fanschreibe völlig verfallen zu wollen, es gibt wenig, was Oldham mit seinen unzähligen Veröffentlichungen, Pseudonymen und Kollaborationen in den letzten Jahren nicht richtig gemacht hätte, und auch hier bleibt er auf Kurs. So bedient sich der Mann aus Louisville, nur dem gegebenen Songmaterial aus unterschiedlichsten Stilen und musikalischen Epochen (das Danzig Cover “Am I Demon” steht gleich neben dem von Phil Ochs geschriebenen “My Life”), macht es sich zu eigen und lässt es nicht mehr fort. Bjork´s “I´ve seen it all” (“Dancer in the Dark” Soundtrack) wirkt in dieser Version zwar ein wenig schleppend, gar ein wenig lahm, aber immer auch gleich nach Bonnie ‘Prince’ Billy. Das ist überhaupt die Stärke dieser EP, die Omnipräsenz, mit der Oldham aus den acht Stücken eine Einheit bildet, als stammten sie allesamt von ihm. Homogenität von Anfang bis Ende.

Mit “I´m Loving The Street”, einer Eigenkomposition, reiht er sich dann noch mit ein, als wolle er sagen, hier noch was von mir, Freunde, wäre euch gar nicht aufgefallen, oder? Meg Baird (Gitarre, Gesang), Margie Wienk (Cello) und Greg Weeks (E-Gitarre) leisten Schützenhilfe auf einer LP, die man nur mit noch mehr Schönheit plus aufwiegen kann.
[Nicholas Hessenkamp]

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