The Mountain Goats – Heretic Pride



Als ich zuletzt mal wieder die Mountain Goats rausgekramt habe, da kam die Frage auf wer nun eigentlich hinter diesem Projekt steckt. Wer sind die Goats, mit deren unzähligen Songs man ganze Tage füllen könnte (und verflucht gute Tage wären das)?

In Zeiten des Web 2.0 sind Fragen dieser Art schnell beantwortet. Wiki sagt es handele sich hierbei um John Darnielle (Songwriter), der mit wechselnden Mitmusikern seine Stücke einspielt – merken – und auf Youtube sieht man die Musiker live. Hin und wieder lacht John Darnielle auf einigen der Clips in die Kamera. Humor konnte man der Band ja schon beim Hören der Songs attestieren. Man stelle sich vor es gäbe diesen ganzen Web-Schmu nicht. Was würde man da machen? Die alten Magazine nach einem Artikel über die Goats durchsuchen? Vielleicht aber einfach die Neugierde ignorieren und nicht zum Nerd abdriften.

Das unnütze Wissen beiseite und der neuen Platte widmen. Der Vorgänger „Get Lonely“ blieb hinter den Erwartungen zurück. Natürlich war da dieser wundervolle Titelsong und „In Corolla“, doch irgendwo blieb der Charme auf dem Weg hängen. Bei „Heretic Pride“ ist Darnielle (das erworbene kutlurelle Kapital muss eingesetzt werden) jedoch wieder in Spitzenform. Die Melancholie alter Tage wird diesmal mit mehr Popappeal vorgetragen und die Begleitung der Songs ist rythmuslastiger. Da meckert wohl selbst der größte Freund der alten Lofi-Aufnahmen nicht. Wer könnte der Band auch nur etwas verübeln, wenn sie den Hörer mit solch grandiosen Songs wie „Sex Rohmer #1“, „Autoclave“ oder „San Bernardino“ bezirzt. Und das ist erst der Anfang. Große Platte! Die beste seit „Tallahassee“.
[Sebastian Jegorow]

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