Staring Girl – Staring Girl



Bands gibt es in Deutschland wie Sand am Meer. So erhalten wir regelmäßig CDs und Anspieltipps von der hoffnungsvollen neuen Scheiße aus der Heimat. Langweilige Promozettel preisen meist noch langweiligere Indie-Bands an. Selten ist etwas Interessantes dabei. Doch es gibt auch gewaltige Ausnahmen, die das nervige durch miese Musik Skippen und Entsorgen des Papiermülls zu einer unterhaltsamen Schatzsuche gestalten. Und Staring Girl ist eine davon.

Das Quintett aus Kiel macht Americana mit deutschen Texten oder so etwas in der Art. In dieser Form und solch konsequent bezaubernder Weise konnte man so etwas in Deutschland bisher wohl nur bei Fink antreffen. Aber die sind ja nun Geschichte. Umso erfreulicher ist es das Staring Girl Album zu hören und einige Jahre zurück zu reisen. Zurück zum Mondscheiner oder dem roten Album.

Ist der Opener „Der allerschönste Ort“ noch relativ mittelmäßig, so schlägt der Großteil der übrigen Platte ein wie eine Bombe. Die wundervollen Songs „Viertel vor Nichts“, „An traurigen Tagen“ und „Ich weiss ein Mädchen“ sind dabei die Spitzenreiter. Ausgereiftes Songwriting, eine grandios Produktion und eine bewegende Instrumentalisierung. Eigentlich machen Staring Girl auf diesem Album fast alles richtig.

Einzige Schwäche ist das gelegentliche Abschweifen in Kitsch, das die Euphorie in manchen Momenten etwas in´s Stolpern bringt. Alles in allem jedoch eine tolle Platte, die wir den traurigen Fink-Freunden und Liebhabern intelligenter deutschsprachiger Musik wärmstens an´s Herz legen möchten.
[Sebastian Jegorow]

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