Gallon Drunk – The Rotten Mile



Irgendwann mal Mitte der 90s zum ersten Mal von Gallon Drunk gehört, dann lange nichts mehr. Nun ist die Band aus dem Umfeld von Nick Cave & The Bad Seeds zurück, mit neuem Album und anstehender Tour.

Und gleich der Opener „The Rotten Mile“ legt fest, worum es hier eigentlich geht: dreckiger, basslastiger Rock & Roll, kompromisslos, schnöde und scheppernd. Und man sieht ihn förmlich vor sich, den verrauchten englischen Pub, irgendwo im tiefsten London, mit seinen Hafenarbeitern und ………………., und wie sie alle gemeinsam nicken zu den Grooves der Trompeten, den Bässen und Harmonikas, und sich schwelgen in Erinnerungen früherer Zeiten.

Rein Instrumental geht es bei dem Song „Christmas“ zu, die rockig explosive Mischung aus quälenden Trompetentönen und krachenden Gitarren, gehört sicherlich zu den Highlights der Platte. Beim zärtlich vorgetragenen „Shadow of your Smile“ werden schon die letzten Stühle hochgestellt, der Gast darf noch sein letztes Glas leeren, es ist diese Stimmung, der Moment, bevor etwas zu Ende geht, die diesen Song ausmacht und erfüllt. Es ist die große Rauswerfer – Nummer und der letzte Track auf diesem Album. Schwerer Rauch hängt in der Luft.

„The Rotten Mile“ klingt so gar nicht nach Heute. Nein, eher nach Tom Waits und auch ein klein wenig muffig, aber irgendwie auch wieder authentisch und altersweise. Der letzte Gast an der Theke ist in die Jahre gekommen, und will noch immer nicht gehen. Und die dritte Flasche Portwein wird auch nicht leer. Gallon Drunk bieten den Soundtrack dazu.
[Nicholas Hessenkamp]

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