Flight Of The Conchords



Werden Roboter schon im Jahr 2000 (äh, wie jetzt?) die Weltherrschaft übernehmen? Leben rassistische Drachen in Hüttenkäse-Hütten? Und leidet David Bowie etwa unter Minderwertigkeitskomplexen? Fragen, die die Welt bewegen.

Und die Antwort kommt aus Neuseeland: Flight of the Conchords heißt das Comedy-Duo, das sich aufgemacht hat die nördliche Hemisphäre zu erobern. Noch nie gehört? Dann wird es aber höchste Zeit. Die Conchords, das sind zunächst einmal Bret McKenzie und Jemaine Clement. Die beiden Kiwis („wir sind Neuseelands 4. beliebteste Band“) haben 2007 mit der ersten Staffel der gleichnamigen Fernsehserie auf dem amerikanischen Sender HBO gleich mehrere Ausrufezeichen gesetzt.

Die Story: Die beiden Musiker Bret und Jemaine ziehen nach New York um dort den Durchbruch zu schaffen. Helfen soll ihnen dabei ihr Manager und Landsmann Murray (gespielt vom großartigen Rhys Darby), der vom Management eigentlich keine Ahnung hat, arbeitet er doch hauptberuflich im neuseeländischen Konsulat. Mit Gigs sieht es also ziemlich mau aus, Kohle ist auch nicht vorhanden und überhaupt ist die amerikanische Großstadt New York ein unübersichtlicher und gefährlicher Dschungel im Vergleich zum beschaulichen Wellington in Neuseeland. Gut, dass die beiden immerhin auf eine solide Fanbase bauen können – diese besteht aus einer einzigen Person, heißt Mel (ebenfalls großartig: Kristen Schaal) und ist ein völlig durchgeknallter Stalker. Und da wäre auch noch Dave (Arj Barker), der beste Freund der beiden, der ihnen mit Rat und Tat zur Seite steht und dabei von Frauen und dem Leben in etwa so viel versteht, wie der Metzger vom Atomkraftwerk.

Diese Grundausstattung ist schon an sich urkomisch. Dazu kommt dieses stets fabelhafte Motiv der kindlichen Naivität sowie der kulturellen Missverständnisse: ein ständiges Spiel mit den Klischees von den hinterwäldlerischen Neuseeländern auf der einen Seite und den ignoranten Amerikanern auf der anderen, ohne dabei aber jemals abgedroschen zu werden. Die Charaktere sind so einfach gestrickt, so schrullig und doch völlig unschuldig, dass man sie einfach mögen muss. So besteht Murray bei jedem Bandmeeting wie selbstverständlich auf eine schriftlich festgehaltene Anwesenheitsüberprüfung, im vollen Bewusstsein, dass man bei der beschaulichen Teilnehmerzahl von drei Anwesenden bereits auf einen Blick feststellen kann, wer da ist und wer nicht. Brets Leibgericht ist Rührei und Jemaine kommt nicht im Traum darauf, dass er beim Date seines Freundes vielleicht eine Person zu viel ist. Es sind diese ständig aufkommenden Nebensächlichkeiten und die Selbstironie, die der Serie die Würze geben. Es gibt da aber auch noch dieses zusätzliche kleine Detail, das „Flight of the Conchords“ von anderen Sitcoms unterscheidet: Bret und Jemaine sind nicht nur witzig, sondern auch wirklich gute Musiker. Und so gehören zu jeder Episode auch ein, zwei Stichproben ihres Könnens, das sich von Funk, über 80er Synthesizerpop bis hin zum Dancehall Reggae erstreckt. Diese plötzlich eingeschleiften parodistischen Einlagen, setzen der tollen Serie das Sahnehäubchen auf.

Wer mit seinem Englisch einigermaßen sattelfest ist und den Humor der Simpsons liebt, für den wird „Flight of the Conchords“ auf jeden Fall eine Bereicherung darstellen. Und das Schöne ist: Um die Serie zu schauen, muss man weder HBO empfangen, noch die knapp 35€, die Amazon für die DVD’s verlangt, latzen: Die komplette erste Staffel gibt es fein portioniert auf YouTube.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.