Monatliche Archive: November 2007


Erdmöbel – No.1 Hits

Wenn Ovidius Naso noch leben würde, dann hätte er wohl eine riesen Freude am Popschmarrn dieser Tage. Cover, geistieger Diebstahl, Bastard-Pop und Remix. Remix und immer wieder Remix. Kleine und große Metamorphosen. Nötige und unnötige. Aus kleinen zarten Schönheiten werden vollgepumpte Beatmonster und aus Mauerblümchen Partychicks. Eine der unzähligen Verwandlungsarten des Pop ist das muntere eindeutschen englischsprachiger Hits.


Coconut Records – Nighttiming

Eine meiner Platten der Stunde ist das Debüt von Coconut Records. Was bei Ben Lee einfach nur überladen nach Popkonserve klingt, fällt hier verdammt nice und catchy aus.


A Life A Song A Cigarette

Die österreichische Band ALASAC – bestehend aus Stephan Stanzel vocals, guitar, lap steel, mandolin, Philipp Karas keyboards, accordion, Martin Knobloch bass, Hannes Wirth guitar, bow, bottleneck, Lukas Lauermann cello, Daniel Grailach drums – ist mir schon vor einiger Zeit aufgefallen. Der Radiosender meines Vertrauens spielte ein Lied und mein erster Gedanke war: Schweden oder Kanada (da im Moment sehr viel gute Musik, die mir gefällt, […]


Land Of Talk – Applause Cheer Boo Hiss

Mit Wehmut erinnert man sich an Bands wie Sleater-Kinney oder die grandiosen Fastbacks. Nach dem Ende von Sleater-Kinney ist der Musikmarkt im Bereich der rockenden Frauen überaus trostlos. Nun gibt es mit Land Of Talk mehr als nur einen kleinen Trost. Die Band aus Montreal, die zuletzt als Decemberists Support in Deutschland unterwegs war, bringt mit ihrem Debüt eine frische Rock-Platte heraus.


Jeffrey Lewis – 12 Crass Songs

Jeffrey Lewis covert hier mit seinem Bruder und seinen Freunden Songs der Band Crass. Zumindest eine kurze Erklärung, da sowohl Jeff Lewis, als auch Crass in den bunten Pop-Geschichtsbüchern am Kiosk leider zu kurz kommen bzw. kamen. Bei Crass handelt es sich um eine Anarcho-Punk-Band, die Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre die Musik nutzte, um Ihre Meinung zur Politik und Gesellschaft zu […]


Viva La Vinyl

See this Needle…see my hand droppin it down“ schreit Eddie Vedder in dem Pearl Jam Song „Spin The Black Circle“. Die gemeinte Nadel gehört zu keiner Spritze, versorgt den Konsumenten jedoch trotzdem mit seiner Droge; der Musik.


benlee

Ben Lee 1

Ben Lee has got a new album coming out and it´s called Ripe. And if you are brave enough to download the thing, “why not take the $10 you would have spent on the album and donate it to your local charity (…) plant a tree, sponsor a child, help rebuild a local playground” (Lee on his blog). A via mail interview about the new album, the “perfect pop song”, how to spend free time and songwriting. Word to Benjamin Michael Lee!


Architecture In Helsinki – Places Like This

Ob sie jemals einen Fuß durch die Stadttore der finnischen Hauptstadt gesetzt haben und nur annähernd etwas von dem Metier der Bauwerkkonstruktion verstehen, ist nicht überliefert. Eins ist jedoch ziemlich sicher: Ein Besuch von Architecture in Helsinki ist nicht nur für die des düsteren Wetters und des fehlenden Sonnenlichts wegen eher als melancholisch charakterisierten Finnen eine aufheiternde Sache und so ganz aus der Luft gegriffen ist die Selbstbezeichnung „Architekt“ auch nicht.


Ben Lee – Ripe

Nun scheint er doch noch angekommen in einer Welt von Seriensoundtracks, großen Popgesten, Mandy Moore und Bedeutungslosigkeit. Lieder, so melodiös wie kurzlebig und so kurzlebig, wie melodiös; vergessen noch vor der Werbung oder kurz drauf. Und so klingt Ripe, Ben Lees mittlerweile sechstes Soloalbum in 12 Jahren


Doch ich bin ein Kriegskind

Ich bin ein Kriegskind. Geboren in einer Stadt an der Save im Norden von Bosnien. Im Sommer saß ich als fünfjährige oft am Fluss und machte mir aus Gänseblümchen lange Ketten. Zehn Jahre später sollte der Fluss ausgetrocknet sein. Eines Abends – es muss so gegen halb acht gewesen sein – da saßen wir im Wohnzimmer und meine Eltern schauten sich gerade die Nachrichten an.


I Got You Babe – oder wie das Radio mich in den Wahnsinn treibt

Gerade noch vernimmt man das verdächtige Klicken des Radioweckers. Doch da ist es schon zu spät. Notorisch gutgelaunte Moderatoren kündigen den nächsten Song an. Obwohl sich das Gehirn noch im Halbschlaf befindet, fragt man sich, ob sie das Band von gestern wieder aufgelegt haben.


Marble Man

Ohne große Promotion ist das Leben als Newcomer nicht einfach. Selbst dann, wenn man eine der besten Songwriter-Platten des Jahres hinzaubert. Der gerade mal 19-jährige Songwriter aus Deutschland hat vor einigen Monaten sein Debüt „Sugar Rails“ veröffentlicht. Eine Platte, auf der er nicht nur den so oft herbeizitierten Elliott Smith zu Leben erweckt, sondern ebenfalls eigenen Akzente setzt.

marbleman

Say Hi (To Eric Elbogen)

Das erste, das man von Say Hi (ehemals Say Hi To Your Mom) bemerkt, sind diese auffällig unauffälligen Plattencover. Ein Roboter und ein einfarbiger Hintergrund. Das muss reichen, um die Platten, von denen es inzwischen vier gibt, voneinander zu unterscheiden.


Kevin Drew – Spirit If…

Mit einer Definition von Popmusik ist das so eine Sache. Der laienhafte Leser denkt da mit großer Wahrscheinlichkeit an medial omnipräsente und mehr als finanziell ausgesorgte Künstler, deren Namen an dieser Stelle aufgrund ihrer Offensichtlichkeit einmal nicht genannt werden. Und wenn man nicht gerade detaillierte Kenntnisse über die aktuelle, fachspezifische Debatte einer kanadischen (Musik-) Popkultur mitbringt, ist man beim Hören der neuen Platte der aus […]

drewspirit