Portishead – Sour Times


Portishead sind eine der größten Legenden der letzten 20 Jahre. Dies liegt insbesondere an den beiden Studioalben der Band und der langen Wartezeit auf den Nachfolger. Nun scheint die Wartezeit so langsam ein Ende zu nehmen. Zeit für einen kleinen Rückblick.

Langsame Beats und Beth Gibbons tieftrauriger Gesang sind die Markenzeichen von Portishead. Die aus der britischen Stadt Bristol stammenden Musiker sind so etwas wie die Mitbegründer der bekannten Trip Hop Musik. Zur Gründung dieser Band kam es, als 1991 der Soundtüftler Geoff Barrow auf die spätere Leadsängerin Beth Gibbons traf. Damals stand laut Aussage der beiden eine Zusammenarbeit außer Frage, zu unterschiedlich waren die Interessen. Geoff, der zuvor für verschiedene Künstler mixte und Beth, die als Sängerin in Bars Janis Joplin Songs coverte.

Dennoch kam es dann zur Zusammenarbeit und der Gründung von Portishead, bei der die Musiker Adrian Utley und Dave McDonalds mit an Bord geholt wurden. Bei der Wahl des Bandnamens bezog man sich auf Geoff Barrows Heimatstadt Portishead. Und noch ehe sie mit ihrem ersten Longplayer „Dummy“ den Durchbruch schafften, machten sie die Plattenfirmen 1993 durch ein Kurzfilmprojekt auf sich aufmerksam. Der Film hieß „To Kill A Dead Man“ und die vier Musiker steuerten das Drehbuch und den Soundtrack bei. Zudem spielten Geoff und Beth in diesem 10-Minuten-Streifen mit. Mit einem Plattenvertrag beim GoBeat!-Label ausgestattet machte man sich an die Umsetzung des Erstwerks „Dummy“. Ein Album das bis zu dem Zeitpunkt düsterer und trauriger nicht hätte sein können und etwas neues im Musikgeschäft darstellte. Slow Beat, Bristol Sound und Trip Hop waren die Schubladen, in die man die Musiker, die für diese Art von Musik standen (Portishead, Massive Attack und Tricky), steckte. Vor allem das Stück „Sour Times“ aus diesem Album wurde zum großen Liebling gekürt. Es ist nicht ganz so einfach den „Portishead-Sound“ zu beschreiben. Langsame Beats, die aus einem Hip Hop Stück stammen könnten, Samples, Orchestersounds, unsaubere Aufnahmen, die laut Geoff alles lebendiger erscheinen lassen und der unverwechselbare Gesang von Beth Gibbons. Tränengetränkt scheint sie um ihr Leben zu singen. All das wird zu Songs zusammengefügt die düster und traurig klingen und trotzdem beruhigend und entspannend wirken.

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Das „Dummy“-Album wurde zum Megaseller und mit dem „Mercury“-Preis geehrt. Bereits von Anfang an verweigerten Portishead den Großteil der Interviews, Videodrehs und Fotoshootings. Drei Jahre später brachte man den langerwarteten Nachfolger raus. Titel: Portishead. Kritiker lobten es, kritisierten jedoch gleichzeitig den Stillstand, denn schließlich änderten Portishead kaum etwas an ihrer Musik. Warum sollten sie auch? Die Fans liebten die Platte. Und um die Livequalitäten der Band zu beweisen brachte man ein Livealbum raus, das später sogar als Video und DVD erschien und ein Konzert in New York dokumentiert.

Das dritte Album der Band schien eine Neverending Story im Stile der Guns´n´Roses zu werden. Gerüchten zu folge sollte es Alien heißen und bereits 1999 erscheinen. Diese Gerüchte wurden jedoch bestritten und die Wartezeit deutlich verlängert. Nun – nach vielen Jahren – scheint es tatsächlich fertig zu werden. Das dritte Portishead Studioalbum. Auf der Myspace-Seite gibt es seit Monaten zwei überaus sonderbare Stücke, die vermutlich ein großes Fuck Off an die Erwartungshaltung sein sollen. Hier geht einer seinen eigenen Weg. Wir freuen uns drauf.

Und eine kleine Erinnerung an die alten Zeiten. Der Clip zu Only You.
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