Nach der Hochzeit



Am Ende eines jeden Jahres zieht man langsam Bilanz und zählt seine liebsten Alben und Filme auf. In diesem Jahr steht für mich in Sachen Film bereits seit Anfang der Jahres alles fest. Es ist Susanne Biers Film Nach der Hochzeit, mit dem ihr das endgültige Meisterstück gelang.

Und auch ohne Dogma zeigt sie hier ihr einzigartiges Talent. Es ist zum einen ihr Gespür für Details, diese unvergleichlich feinfühlige Art Gesichter und Hände darzustellen und zum anderen diese Geschichte, die sich ähnlich wie bereits Open Hearts von Klischees und der Schwarz/Weiß-Malerei, die uns seit den Märchen unserer Kindheit begleitet, komplett löst und uns viele zarte Grautöne präsentiert.

Durch die Lösung von dem üblichen good Guy/bad Guy Spiel nähert sie sich der Realität und spielt dabei mit den Erwartungen der Zuschauer. Dabei scheint die Sache anfangs so einfach und das Urteil ist bereits nach zehn Minuten gefällt. Der reiche gleichgültige Tyrann lädt den gutherzigen Helfer Jacob (gespielt vom Shooting-Star Mads Mikkelsen) ein, um etwas für sein Image zu tun und Geld in irgendein Projekt zu pumpen, das ihm völlig gleichgültig ist. Nach der Hochzeit seiner Tochter, zu der er aus anfänglich unklaren Gründen der gutherzige Jacob eingeladen wird, verändert sich die Sicht langsam. So, genug verraten. Falls jemand den Film schauen möchte, bitte keine Rezensionen lesen und sich das Filmerlebnis von irgendwelchen Spoilern verderben lassen. Punkt.
Im Januar kommt bei uns Susanne Biers neuer Film Things We Lost In The Fire in die Kinos. Ähnlich wie Alejandro González Iñárritu mit Babel (und teilweise bereits 21 Gramm)gelang ihr dabei der Sprung zu einer großen US-Filmproduktion. Große Stars wie David Duchovny, Hale Barry oder Benicio Del Toro spielen da mit. Und ich habe keine Zweifel, dass der Wechsel zum Blockbuster-Kino weniger negativ ausfällt, als das durchschnittliche Babel.
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