Muse



Wenn man ein Portrait über eine Band schreiben will, die in musikalischer so wie emotionaler Hinsicht so vielfältig und einzigartig ist, dann kommt man schon ab und an, an seine Grenzen. Es gibt unendlich viele musikalische Stilrichtungen auf der Welt. Selbst der Rock an sich, zeigt sich doch in allen möglichen Varianten. Ich hab oft überlegt in welche Schublade ich die Band Muse stecke, und bin zu dem Entschluss gekommen, dass „Art-Rock“ wohl der richtige Ausdruck ist. Muse ist nicht einfach nur Rock.

Muse, bestehend aus Sänger und Gitarrist Matthew Bellamy, Bassist Christopher Wolstenholm und Schlagzeuger Dominic Howard, gründeten sich 1996 in Teignmouth, Devon. Bereits zuvor haben alle Mitglieder selbst in verschiedenen Schulbands gespielt und damit ihren musikalischen Grundstein gelegt. Unter dem Namen „ Rocket Baby Dolls“ nahmen sie erstmalig an einem lokalen Bandcontest Teil, und gewannen diesen auf Anhieb. Mit zunehmendem Erfolg mussten sich die drei auf einen Namen einigen, mit dem sie auf sich aufmerksam machen konnten. Da ihr damaliger Kunstlehrer desöfteren von den Musen gesprochen hat, wurde sich kurzerhand auf den einprägsamen und ästhetischen Namen Muse geeinigt. Stark geprägt von dem Einfluss der Rockmusik in den frühen 90ern und als Alternative zu der herrschenden Britpop-Welle spielten Muse ihre ersten Konzerte in England, und kamen so in Kontakt mit Dennis Smith, der ein Aufnahmestudio namens Sawmills in Cornwall besaß. Nach mehreren Versuchen, schafften Muse den Durchbruch mit ihrer zweiten EP „Muscle Museum“. Nach Veröffentlichung der EP gründete Smith den Musik-Verlag „Taste Media“, dem Muse bis zum heutigen Tage treu geblieben sind. Trotz des immer stärker wachsenden Bekanntheitsgrads und dem Erfolg, bekamen Muse zunächst keinen Plattenvertrag, aus Angst, dass Bellamys Stimme nicht massentauglich sei. 1998 nahm die amerikanische Plattenfirma „Maverick Records“ das Risiko in Kauf, und gewährte Muse einige Auftritte und zu guter letzt einen Vertrag. John Leckie, der unter Anderem auch die Band Radiohead produzierte, sollte bei dem ersten Studioalbum Showbiz mithelfen. Anschliessend besorgte das Label einige Support-Auftritte bei Bands wie den Red Hot Chili Peppers , Foo Fighters sowie diversen Festivals in Europa, was der Band eine stetig wachsende Fangemeinde bescherte.

Wirklich durchatmen konnten die Jungs um Matthew Bellamy nicht, da bereits im Jahr 2002, auf Verlangen der Plattenfirma, am nächsten Studioalbum „Origin of Symmetry“ geschrieben wurde. Ein Album welches in seinen Grundzügen den bekannten Muse-Stil enthielt, jedoch um Weiten experimentierfreudiger war. Viele neue Instrumente sind auf dem Album zu hören, die die klassischen Elemente kombinierten mit einem durch und durch harten Rocksound. Des Weiteren ließ der Gebrauch von verzerrten Gitarren oftmals einen Vergleich mit den Glam-Rock Bands der 70er wie Queen zu, die Bellamy bekanntermaßen schon in jungen Jahren inspirierten. Dennoch wurde das neue Album, trotz durchschlagendem Erfolg nie in den USA veröffentlich aufgrund von Zweifel bezüglich Bellamys extrem hoher Stimme, was der Band den Bruch mit dem Label Maverick Records bescherte.
Nach einer kreativen Pause im Jahr 2002, brachten Muse ihr drittes Album „Absolution“ auf den Markt, an dem unter Anderem auch der Produzent, Rick Costey, von Rage Against The Maschine mitgearbeitet hat. Es sei angemerkt, dass sich Bellamy schon seit vielen Jahren mit Verschwörungstheorien, Wissenschaft, Theologie und Übernatürlichem beschäftigt, so dass es gerade diese Elemente sind, die sich wie ein roter Faden durch das gesamte Album ziehen. Geprägt von Muse bekannten Stil, beschäftigt sich „Absolution“ mit der Apokalypse, sowie den verschiedenen Reaktionen auf dieses Thema. Der Titel „ Ruled by Secrecy“ wurde aus einem Buch von Jim Marrs übernommen, und behandelt die Verschwörungstheorien von Regierungen. Aber auch andere Themen wie Krieg kommen besonders im Musikvideo zu „Time is running out“ zum Ausdruck, in welchem die Band auf einem großen Tisch spielt, um den Militärangehörige sitzen.
Von der Presse gelobt, findet das Album auch bei der Fangemeinde großen Zuspruch, auch wenn es deutlich massenkompatibler ist als seine Vorgänger. Ihren Stil haben Muse niemals verloren.

Ende 2004 gab Bellamy bekannt, dass das nächste Album etwas positiver sein würde, was dadurch rührte, dass Dominic Howards Vater auf tragische Weise ums Leben kam, und die Band sich und ihren Fans die Stärke zeigen wollten, mit der sie durch diese schwere Zeit gegangen ist. Am 30.Juni 2006 ist dann ihr neustes Album „Black Holes and Revelation“ erschienen, welches diesen Stimmungswandel deutlich erkennen lässt. Neben den berühmten Gänsehaut-Melodien, finden sich vermehrt auch massenkompatible Dance-Nummern wie „Supermassiv Black Hole“ wieder. Das Album besitzt definitiv Muse-Charakter, allerdings wurden an vielen Stellen die harten Gitarrenriffs gegen eine Kombination aus elektronisch, tanzbaren Beats ausgetauscht. Wir können alle gespannt darauf sein, was sich die Mannen um Bellamy als nächstes einfallen lassen. Aber erst einmal können wir mit Ihnen dieses Jahr bei Rock am Ring und Rock im Park abrocken! Music is Art….
(Martin Sieper)

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