Maps – We Can Create



Der Prophet, der den Maps nach dem ersten Höreindruck des Debüts „We Can Create“ vor lauter Euphorie eine große Zukunft voraussagt, kommt einen Schritt zu spät. Schließlich ist die Band nach den überschwänglichen Kritiken in der Presse und ihrer Nominierung für den Mercury Prize bereits auf dem besten Weg an die Spitze. Bereits bei der Auswahl der Produktion können die Maps einige Glanzlichter vorweisen. Da wäre zum Beispiel Valgeir Sigurdsson, der auf einer isländischen Mondbasis die Finger im Spiel hatte. Die Aufnahmen selbst waren weit weniger spektakulär. Da reichte das Schlafzimmer des Masterminds James Chapman.

Und was er dort erschuf, läßt sich durchaus hören. Kleine und große Hits wie „You Don´t Know Her Name“, „Lost My Soul“ oder das großartige „Glory Verse“ sitzen auf der Stelle. Abseits aller Trends zieht Chapman hier seine Runden. Die
Maps Stücke wirken futuristisch, jedoch an keiner Stelle aufgeblasen. Auch ekelige Beatmonster muss man hier nicht fürchten. Hier siegt der gute Geschmack. Musterbeispiel dieser Platte ist wohl „Liquid Sugar“. Hier scheint alles zu stimmen. Unaufgeregt läßt Chapman bei diesem Stück den Beat durch die Gegend tuckern und legt seinen wohlig warmen Song drüber.

Zwischenzeitlich ist man versucht das Erfolgsrezept der Maps aufzulösen. Hinter den Vorhang zu schauen, um herauszufinden weshalb diese schlichte Pop-Platte so eingängig ist. Ist es die großartige Produktion? Oder vielleicht doch einfach nur die eingängigen Song? Letztlich bleibt hier jedoch nur das Scheitern und die Einsicht, dass es völlig egal ist. Das Ding gefällt und Punkt. (Sebastian Jegorow)

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