Dinosaur Jr. – Beyond



Fast 20 Jahre nach dem letzten Dinosaur Jr. Album, erscheint dieser Tage mit „Beyond“ das neuste Werk der Herren Mascis, Murph und Barlow im Original Line-up. Und als wollten sie sagen: „18 Jahre danach und kein bisschen leise“, krachen sie gewohnt verzerrt, noisy und laut. Mascis versteht sich noch immer nicht mit Barlow, und sieht dabei langsam aus, wie ein im Wald lebender Eremit mit Hang zum Hard Rock. Und Murph ist halt Murph. Also, alles beim Alten bei den Dinos.

Der Opener „Almost ready“ fängt da an, wo die letzte Platte aufhörte: J. Mascis` Sologitarre wirbelt umher, tanzt über das Griffbrett und behauptet sich über einer lärmenden Orgie aus Feedback, Rock und Noise. Ohne Zweifel gehört er zum Kreise der besten Gitarristen überhaupt, der jüngst sogar sein eigenes Signature Jazzmaster Modell von Fender bekam. Ehre, wem Ehre gebührt.

Nach „Been there all time“ ist „This is all I came to do“ sicherlich ein Highlight der Platte, eingängig, melodiös und die schnoddrige Stimme Mascis` inklusive, eine der tollsten „wtf, i rather stayed in bed“ Stimmen der Rockmusik. Lou Barlow darf mit „Back to your heart” und „Lighting Bulb“ auch mal wieder an das Mic, überlässt das Singen und Songwriting aber dann doch lieber seinem liebsten Feind J. Freunde werden sie wohl nicht mehr.

Nach dem Lemonheads Comeback letztes Jahr ein weiteres gelungenes Wiederkehren alter Helden. Und wenn man Mascis dieser Tage fragt, wer wohl nun die Reunion angezettelt habe, dann verweist der Mann mit weißem Haar, ohne rot zu werden, gleich an den Manager. Ehrlichkeit war halt immer schon Sache der Indies. (Nicholas Hessenkamp)

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