Voxtrot – Voxtrot



Die schöne Neue von nebenan ist strohdumm und hat ein Klapphandy, deine Lieblingsband kommt endlich auf Tour, jedoch nur in weit entfernte Städte…Oftmals haben die tollsten Neuigkeiten einen riesigen Haken.

So verhält es sich auch mit dem lang erwarteten ersten Longplayer von Voxtrot. Auf der Platte befinden sich fast ausschließlich neue Songs, also nix da große Abzocke und Ausbeute der teilweise berauschend tollen EPs. Da wächst doch die Vorfreude und der verloren geglaubte Glaube an das Musikgeschäft feiert vorab ein Comeback. Doch dann eben der Haken. Denn das sind die neuen Songs selbst. Bereits die letzte EP der Band war verhältnismäßig durchwachsen. Und dieser Entwicklung haben sich die sympathischen Amerikaner auf ihrem Debütalbum scheinbar völlig ausgeliefert.

Der leichtfüssige 60s Sound weicht endgültig der verkrampft ideenlosen Indie-Armee dieser Tage. Was Anfangs bei dem netten Intro und dem antreibenden Kid Gloves noch recht gut funktioniert, geht beim Rest der Platte fast komplett in die Hose. Der Funke, der bei Songs wie Wrecking Force noch ganze Fegefeuer entfachen konnte, ist diesmal nicht mehr als eine peinliche Wunderkerze. Das ruhige Stephen ist lieblos und auch der krachige Anfang von Firecracker verpufft nach wenigen Sekunden im (inzwischen typischen) Voxtrot-Sound, der auf Albumlänge tatsächlich nervt.

Den einzigen Hoffnungsschimmer gibt es bei Future Pt.1. Bis zu dem Song hat der verwöhnte Voxtrot-Hörer einen weiten und schwierigen Weg vor sich. Da hätte eine Single wohl gereicht. Fopp, nun ist die Unschuld weg. Schade.
(Sebastian Jegorow)

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