The Cat Empire



Es gibt zwischen 2500 und 3500 Sprachen auf der Welt. Sie alle lernen? Unmöglich. Und wie läuft das dann mit der Kommunikation der Menschen untereinander? Zum Glück gibt’s ja noch die Superstars unter den Sprachen, die in allen Filmen auftauchen und in denen man weder in der U-Bahn von Tokio noch in der von São Paulo ungestraft lästern kann: Englisch, Spanisch oder Französisch. Klappt`s jetzt besser mit der Verständigung? Nicht wirklich. Gibt es denn eine Sprache, die wirklich jeder versteht? Ja! Das behaupten zumindest The Cat Empire. Ihnen zufolge ist „music the language of us all!”. Aber damit hier keine Verständigungsprobleme auftauchen, erst mal ganz von vorne:

The Cat Empire, das ist eine sechsköpfige Band aus Melbourne, die 1999 von Felix Riebl, Ryan Monro und Ollie McGill gegründet wurde. Gemeinsam spielten sich die drei durch zahlreiche Jazzclubs. Dann kam im Jahre 2001 der zweite Leadsänger und Trompeter Harry Angus ins Reich. Ihm folgten Schlagzeuger Will Hull-Brown und Jamshid Khadiwala „Jumps“ an den Turntables und es wurde langsam ernst. Es folgten erste Festivals und zahlreiche kleine Auftritte. Ein amerikanischer Geschäftsmann, der nicht nur ein Auge für gut gedeihende Weinberge hatte, sondern auch für die Band und die Jungs in die USA holte, wo sie von den Leuten aufgenommen wurden wie Rockstars. Zurück in Australien ein erstes selbstfinanziertes Album. Dann wieder Gigs und eine stetig wachsende Fangemeinde. Schließlich ein Plattenvertrag mit Virgin Records und 2003 das erste Album, ein Versuch der Jungs to create something that captured the energy of the band´s live shows,
1 mit dem sie in Australien auf Platz 15 der Albumcharts landeten. Und in der Zwischenzeit konnten sie und ihr Musikstil zu dem werden, was sie jetzt sind: eine Symbiose aus Jazz, Ska, Reggae, Funk, Latin und Hip Hop.
Aber wie war das jetzt? Von wegen Musik und „language of us all.“ Als Antwort gibt’s nur zu sagen: wenn man The Cat Empire erlebt hat, ob live oder aus den CD-Boxen, dann gibt es nichts nicht zu verstehen. Dann gibt’s keine Missverständnisse. Dann wird gerockt. Gegroovt. Gesungen. Geschwitzt. Auch in Tokio und São Paulo. Die Jungs sprechen in ihrem Imperium eine Sprache, die jeder verstehen kann. Ohne Vokabeln, ohne Konjugationen, ohne Deklinationen. Und in diesem Esperanto der Rhythmen und Melodien beherrschen sie eine außergewöhnliche Rhetorik, sind mit der Zusammenwirkung ihrer Instrumente und ihres Gesangs so „sprachgewandt“ wie wenige Bands.
Und nicht nur instrumentell glänzen die Jungs mit Vielfalt: Harry, der, wie die Jungs es auf ihrer Homepage bezeichnen, eine brummige Stimme hat, „die sich zwanzig Jahre älter anhört als sie tatsächlich ist“, und Felix ergänzen sich auch stimmlich sehr gut.
Ist das self-titled Album der Cat Empire-Jungs größtenteils von Ska-, Funk- und Reggaeeinflüssen geprägt, flog die Band zur Inspiration für die Produktion ihres nächsten Studioalbums Two Shoes nach Kuba. Ein paar kubanische Zigarre geraucht. Einen gefährlichen Tropensturm überlebt. Heraus kam 2005 ein Album, das dank Kuba ziemlich starke Latinelemente besitzt und den Jungs den allgemein bekannten „Durchbruch“ in Australien verschaffte. Das Album landete auf Nummer 1 der australischen Charts. Die Tickets für The Cat Empire-Konzerte wurden begehrter und die Konzerthallen immer größer. Doch die Jungs wollten mehr. Musik ist schließlich die Sprache aller, warum also nur die Australier damit beglücken? Obwohl noch kein Album in Deutschland veröffentlicht, hatten sie 2004 in einem, sagen wir mal Testlauf schon ein paar Festivals und Gigs hier gespielt. Und das Ergebnis: schon 2006 kamen sie wieder. Zwar war auch ihr neustes Album Cities: The Cat Empire Project, ein Album mit starken Jazz- und Funkeinflüssen, für die Deutschen nur als Import erhältlich, aber dafür gab es diesmal ein paar mehr Konzerte. In diesem Jahr gab es…immer noch kein Album, aber dafür wieder einmal die geballte Live-Energie der Jungs auf vier Konzerten in Deutschland. Und eine Versprechung: Sie kommen wieder. Schon diesen Sommer. Und ein Album? In Deutschland? Veröffentlichen? Ja. Bald soll auch in den deutschen Plattenläden ihr 3. Studioalbum Two Shoes stehen. Das kleine ABC des Katzenimperiums.

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