Sound Team – Movie Monster



Ach, frag mich nicht warum Sound Team die Styler auf den Tanzflächen der Indie-Clubs noch nicht zum Cool-Bewegen animieren. Warum diese Indie-Wichser an den Plattentellern beim Griff in ihren Plattenkoffer immer wieder den gleichen Dreck hervorziehen und Bands wie diese ignorieren. Vielleicht, weil diese Platte nur als Import erhältlich ist und dementsprechend nichts von dieser Promomaschinerie abbekam. Vielleicht auch, weil Sound Team zu sehr zwischen den Stühlen springen und sich zu verspielt allen Regeln wiedersetzen.

An sich wollte ich an dem Tag, an dem das Schicksal mich mit Sound Team konfrontieren sollte, erst gar nicht aufstehen. Übermüdet habe ich mich aus dem Bett gequält und dabei wie ein betrunkener Seemann geflucht, die Spinnen auf dem Weg zum Klo begüßt, trotzig den Müll vom Schreibtisch gefegt und mich vor den Rechner gequält. Irgendwo da kam jedoch die Mail eines Freundes (seitdem einer meiner liebsten Freunde), der mich auf Sound Team aufmerksam gemacht hat. Selbst der Downloadbalken der Gratis-Downloads schien an dem Tag viel zu hektisch und schnell zu sein. Irgendwann war es jedoch so weit und Born To Please lief. Nach einigen Sekunden wurde der Sound vom Gehörgang verdaut und schon wollte ich joggen, die Spinnenkolonie in den Ecken zerstören, mich fortpflanzen und mein ganzes Leben umkrempeln. Zunächst aber eben die anderen Songs, die es als freien Download gibt, hören.

Und was fällt einem nach einem zweiwöchigen Konsum des „Movie Monster“ Albums ein? Diese Energiebündel! Allen voran reiten die Hits Your Eyes Are Liars und das bedrohliche Titelstück. Dieses bebende kleine Mistvieh, das einem mit aller Wucht in den Arsch tritt. Auf ihrer Homepage findet man unter anderem Kraftwerk, die Beatles und Sonic Youth bei den Heroes verlinkt. Und eben da könnte man den Sound des Teams platzieren. Recht noisy, verspielt, auch einmal elektronisch, jedoch stets die Augen auf den Song gerichtet. Hier ist der Rock allgegenwärtig. An sich also recht Club-Kompatibel, diese Platte.

Am Ende des besagten Tages bin ich tatsächlich nicht weiter gekommen, als zum Briefkasten. Der Wille war aber zumindest da. Und eine Platte wie diese zu entdecken ist auch schon eine stolze Leistung.
(Sebastian Jegorow)

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