Nouvelle Vague – Coming Home



Ich habe mir schon öfters die Frage gestellt, was meine Dozenten wohl für Musik hören. Neulich gab es dann zufällig einen Einblick in das iTunes eines Philosophie-Professors und alle Schätzungen und Spekulationen wurden bestätigt. Neben einiger klassischer Interpreten, Steve Reich und Queen, befand sich eine Nouvelle Vague Playlist im Archiv. Passt wie die Faust auf´s Auge. Schließlich macht das französische Duo lässigen Elite-Pop, der in den vergangenen Jahren die gesamte Bandbreite der deutschen Bevölkerung befiel. Diese chilligen Cover bekanter Klassiker wie Killing Moon, A Forest oder Love Will Tear Us Apart, die man auf den ersten beiden Platten von Marc Collin und Olivier Libaux fand, waren einfach zu unwiderstehlich.

Fans des Duos und des Bossa-geprägten Sounds werden angesichts des Nouvelle Vague Beitrags zur Coming Home Reihe nicht schlecht staunen, denn da gibt es keine Strandrhythmen und soften Radio-Hits, sondern einen musikalischen Streifzug durch die Filmgeschichte. Spätestens beim zweiten Durchgang der Platte muss der Hörer jedoch trotz anfänglicher Skepsis zugeben, dass dem Duo auch diese Seite steht. Auch hier wirkt alles wieder wie aus einem Guss und sorgt für Unterhaltung. Unabhängig davon, ob sie dabei auf große Namen wie John Barry oder Ennio Morricone zurückgreifen, unbekannte Schönheiten enthüllen oder Marc Collins eigenes Stück Armand & Claire heimlich untermischen. Die Zusammenstellung wirkt stimmig und vereint gekonnt die unterschiedlichsten musikalischen Ansätze.

Die von Nouvelle Vague zusammengestellte Ausgabe der Coming Home Reihe ist eine Heimkehr. Und das nicht nur für Cineasten.
(Sebastian Jegorow)

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