Joanna Newsom @ Gloria Theater Köln



Net Collette aus Melborne macht den Opener an diesem Abend. Raue, ehrliche Lieder, mit der Elektrischen vorgetragen, psychedelisch, schüchtern und in sich versunken. Und er sampelt sich selbst, die atmosphärischen Klänge werden breiter, füllen den Raum, ein Rhythmus entsteht, eine zweite Gitarre schwebt herein, Zauberei. Erinnert dabei an Howie Day und ist eher Folk als Rock `n´ Roll; dem Publikum gefällt`s. Und ab.

Joanna Newsom trägt weiß. Und sie lächelt hinter ihrer Harfe, immerzu. Im Gepäck ihr großartiges Album Ys. Bridges and Ballons vom Debüt Milk-Eyed Mender eröffnet ihr Set. Newsoms klassisch ausgebildeten Finger tanzen über die Harfensaiten, gefühlvoll und virtuos. Und auch ihre Stimme quiekt dabei ohne Fehl und Tadel. Songs vom Debüt wechseln mit Liedern der neuen Platte. Die Arrangements von Van Dyke Parks werden von ihrer famos eingespielten Backup band (Banjo, Violine, Trommeln) großartig umgesetzt. Fehlen tut hier eigentlich nichts, nach zwei Songs sind die epochalen Arrangements des aktuellen Albums für den heutigen Abend vergessen.

Das Gloria, der perfekte Ort für Newsoms versponne Balladen, ist während der Lieder meditativ still, um dann in anhaltenden und tosenden Applaus zu verfallen. Und sie lächelt noch immer zuckersüß, spielt Zugaben, bedankt sich höflich und ist raus. Nenne es Hippiesk, Neo- oder Freakfolk, Joanna Newsom ist 25 Jahre alt und jetzt schon so unglaublich gut, dass man sich fragen muss, was da noch kommen mag?
(Nicholas Hessenkamp)

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