Beirut



Zach Condon beschloss im Alter von 16 Jahren die Schule zu schmeissen und durch Europa zu reisen. 3 Jahre später traf er eine weitere Entscheidung: Zusammen mit Jeremy Barnes (Neutral Milk Hotel, A Hawk and a Hacksaw) und Heather Trost (A Hawk and a Hacksaw) unter dem Namen Beirut sein Debüt-Album, Gulag Orchestar, aufzunehmen. Ob die erste Entscheidung gut oder schlecht war, wird wohl nur Zach selbst beantworten können; die Entscheidung Gulag Orchestar ist allerdings über jeden Zweifel erhaben: Es ist ein wundervolles Album im osteuropäischen Folklore-Stil, das an der Oberfläche manches mal an Goran Bregovic erinnert, aber in tiefere und intensivere Klangmomente
abtaucht.

Neben dem Klang Osteuropas scheint auch Deutschland auf seiner Europa-Reise einen bleibenden Einduck hinterlassen zu haben, sind doch Lieder namens Brandenburg, Prenzlauerberg und Rhineland (Heartland) auf der Platte zu finden. Und das tolle der deutschen Ausgabe der CD ist, dass es die EP Lon Gisland gleich mit dazu gibt.

Nach einer Tour, die ihn unter anderem durch Deutschland führen wird (5.Juli, Berlin – Postbahnhof), soll im September sein zweites Album erscheinen. Unterstützt durch die Streichkünste des sicherlich prominentesten Geiger der Indie-Szene, Owen Pallet (Final Fantasy, The Arcade Fire). Statt Balkan-Musik soll dann, so heisst es, vor allem französisches Liedgut seinen Platz bekommen. Darauf freuen wir uns und wagen es jetzt eigentlich doch, Zachs erste Wahl zu bewerten: Durch Europa zu reisen war eine gute Wahl – zumindest für uns.
(Doreen Spange)

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