Vincent Gallo


Vincent Gallo

Gallo, der Hipster. Das braune Häschen. Vollzeitegomane und CK Pin-Up. In den 80´s, Prince Vince und Hip-Hop. Und sonst? Gelegenheitsmaler. Motorcyle-Champ. Sammler (mehr Platten als Du!). Mehr noch Musiker (u.a. mit Bohack und Gray (mit Jean-Michael Basquiat)). Und eigentlich immer Ästhet. Wollte früh sterben (die Liebe), entschied sich dann doch für New York. Bohemian-Chic. Gay-Community. CBGB`s. Alles und das volle Programm, und Vincent Vito mittendrin. Das waren die 70er.

Irgendwann dann Schauspielerei: Arizona Dream, The way it is, The Funeral. Und immer wieder Talent. `98 dann erstmals Regie: Buffallo `66, eine Art Meisterwerk. Mehr europäisch als amerikanisch. Slo-Mo Ästhetik. Weltschmerz auf 24 Bildern die Sekunde. Die Idee war gut, doch die Welt noch nicht bereit. Buh-Rufe beim Sundance – Filmfestival. Preise gab´s auch keine. Gallo, der wehleidige Hund, schwor Rache. Die nächsten Jahre volles PR-Bashing, gegen alle und jeden (die Neue Regie-Avantgarde, Minderheiten, Hollywood, Mama und Papa Gallo), dazwischen eine wunderschöne Videoreihe für John Frusciante, Gallos Soloplatte When, Gastauftritte in Videos (Jay Z, My Vitriol, Glassjaw), und hin und wieder, und zu selten, ein Film.

2003 dann The Brown Bunny. Zweite Regiearbeit. Alles selbst gemacht: Drehbuch, Kamera, Schnitt, selbst Makeup. Premiere in Cannes. Das konnte ja nicht gut gehen. Der Blowjob am Ende des Films war das große Thema, das Opfer sicher der Film. Gallo`s Versuch von „komplexer, emotionaler Gefühlswelt, die den Film bestimmen sollte“, fiel bei Kritik und Publikum durch. Und er kann einem fast Leid tun. “I lost my house. I lost my girlfriend. I destroyed my body. I had a nervous breakdown making the movie.” (1) Alles für die Kunst, das muss man ihm zugestehen.

Zuletzt leider wieder negativ aufgefallen, als er versuchte sein Sperma via Internet ausschließlich an weiße Frauen zu verkaufen (“Rabatte für arische Frauen”). Vielleicht nur der versteckte Schrei nach Liebe und Anerkennung, wer weiß. Manche schreien so laut, bis sie niemand mehr hört. (Nicholas Hessenkamp)

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