Phil Vetter – Say Goodbye To The Moment



Der Musikfreund ist voller Vorurteile. Da sitzt du in deinem Lieblingsclub, blätterst übermüdet durch das Programmheft, entdeckst, dass ein Songwriter aus München hier demnächst spielt und meinst schon genau zu wissen, dass das nichts für dich ist. Dabei weißt du doch genau, dass München die Literaturstadt Deutschlands ist und auch musikalisch mehr zu bieten hat, als Karaoke, schunkelnde Bierleichen im Oktoberfestzelt und jodelnde Dirndl-Frauen mit einem verdammt tiefen Dekoltee. Und dann staunst du trotzdem doppelt und dreifach, wenn der DJ als Kostprobe das Album des Songwriters aus Bayern auflegt und bereits der erste Song deine Ohren zum Klingeln bringt.

Das Solodebüt des Songwriters Phil Vetter, der sich mit der Band Big Jim durch Deutschland rockte, überzeugt nämlich auf voller Linie. Getragen von einer Stimme, die extrem an Josh Rouse erinnert, sammelt er Stück für Stück Sympathiepunkte. Da wäre das melancholische Highlight Bleeding Soul, Fußwippen bei Elastic, Lazy Days bei Monday Morning und über allem das Herzblut und die hörbare Spielfreude des Münchners, die beinahe jeden Song in ein Highlight verwandeln. Vor allem, wenn die Stücke neben der Melancholie dann auch noch ganz viel Groove und Lässigkeit an den Tag legen und dann noch stärker an Josh Rouse erinnern.

Begleitet wird Phil Vetter gelegentlich von seiner Frau, die den Songs mit ihrer sanften Stimme ihren Stempel aufdrückt, ohne sich in den Vordergrund zu drängeln. Fazit: Eine facettenreiche Singer/Songwriter-Platte.. (Sebastian Jegorow)

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