Nói Albinói



Der Jugendliche Albino Nói lebt mit seiner sonderbaren Großmutter in einem abgelegenen Fischerdorf in Island. Von Schule hält er nicht sonderlich viel und so langweilt er sich meist in dem winterlichen Ort, der mitten im Nirgendwo liegt. Der Zuschauer begleitet ihn bei seinem tristen Alltag und seinen Versuchen aus diesem und dem kleinen Fischerdorf, in dem er lebt, auszubrechen.

Dabei verliebt er sich in die schöne Iris, zieht sich immer wieder in sein Versteck unter dem Haus zurück, wird aufgrund seines Verhaltens und des Schwänzens der Schule verwiesen und unternimmt einen verzweifelten Versuch aus der Stadt zu fliehen. Eine kleine Liebesgeschichte wird dabei natürlich ebenso in die Story eingeflochten wie die typisch untypischen Überraschungsmomente des skandinavischen Kinos.

Schließlich kommt es zu einem tragischen Ende, das den Zuschauer verstört, jedoch selbst an dieser Stelle von dem konsequenten Einsatz ruhiger Bilder nicht abweicht. Noi Albinoi lebt von den Kontrasten, mit denen Reggisseur Dagur Kári (Dark Horse) eine starke Spannung aufbaut. Zum Einen haben wir auf der Bildebene die eiskalten und von blautönen geprägten Landschaften des isländischen Fischerortes, die zwischenzeitlich mit Nóis Träumen von warmen Inseln und mit Farbkleksen wie Blut gekonnt gemischt werden. Innerhalb der Geschichte entwickelt sich eine Spannung aus Gefühlskälte der warme Momente entgegengesetzt werden und ihre Wirkung entfalten. Und zum Anderen ist auch
der Protagonist selbst ein laufender Kontrast. Der Außenseiter Nói ist Rebell und
verträumter Melancholiker, dummer Schulschwänzer und Genie zugleich.

All diese Komponenten vermitteln, in Verbindung mit der ruhigen Musik der Band Slowblow, eine triste und kalte Atmosphäre, die die Wirkung der immer wieder auftauchenden warmen Elemente stark unterstüzt. Gespielt werden die Rollen in dem Film von diversen unbekannten Schauspielern, die teilweise nicht einmal hauptberuflich Schauspieler sind, die jedoch sehr überzeugend spielen. Als Extras findet man auf der deutschen DVD das Making Of, diverse Trailer und Outtakes der Dreharbeiten. „Noi Albinoi“ ist ein beeindruckend ruhiger Film, der einen Hauch Poesie in sich trägt, die Mittel der Filmkunst clever einsetzt und aufgrund der prächtigen Landschaftsbilder ein Genuss für das Auge ist. (Sebastian Jegorow)

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