Flowerpornoes


Flowerpornoes

Nach den Lemonheads, Smashing Pumpkins und Dinosaur Jr., kommen nun auch die Flowerpornoes wieder. Mehr als zehn Jahre sind seit der Auflösung der Pornoes verstrichen. In der Zwischenzeit kamen Weltmächte ins Straucheln, Deutschland fand mehr Superstars, als es ein Land ertragen kann, und der kleine Wicht, der die Band bereits damals gehört hat, kommt aus dem Staunen nicht heraus, was das Alter ihm angetan hat.

Auch Tom Liwa, Songwriter und Kopf der Flowerpornoes, hat alles andere als geruht. Der Duisburger hat seine Solokarriere gestartet, spielte unzählige Konzerte und nahm Jahr für Jahr Platten auf. Nebenbei fand er gefallen an Esoterik, verbesserte sein Gitarrenspiel, den Gesang und tauchte all seine Erfahrungen und eine ganze Armee an Songs über seltsame Mädchen und Hühnchen ohne Federn.

Nun gibt es für diejenigen, die die Pornoes damals verpasst haben, weil sie in den Anfängen
der 90er zu sehr mit sich und jammernden Rockhelden beschäftigt waren, eine neue Chance auf den Zug aufzuspringen, von dem die Pornoes nie reden wollten. Und das sogar beim
renomierten Label V2 Records. Auf ihrem neuen Album, das Wie oft musst du vor die Wand laufen, bis der Himmel sich auftut heißt, bleiben sich die Flowerpornoes treu und pfeifen auf den Trend hin zum Bombastsound. Bereits in der ersten Single Rock´n Roll präsentiert Tom Liwa
seine Definition von Rock´n´Roll. Und sonst? Aus dem alten Stück Indien wird Österreich und dieses wird wie diverse andere Songs der Platte in sägende E-Gitarren getränkt. Die rockigen Stücke wirken dahingerotzt, lediglich Kerstin Loose nervt.

Nicolas H. Ist ein Spoken Word Track, Auf der Baustelle ein Liwa-typischer Song voller Erinnerungssplitter, die im verträumten Feedback schweben, Sigmund Grimm beisst zu und Apfelkern der heimlich Radiohit. Alles in allem ein verdammt gelungenes Comeback. They did it their way, und das ist gut so. (Sebastian Jegorow)

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