Egoexpress


Egoexpress

Oh My God It´s Techno Music. Schauplatz Hamburg irgendwann Anfang der 90er Jahre. Ein gelber Granada fährt durch die dunklen Straßen der Großstadt. Na ja, im Grunde genommen wird der Granada gefahren, da der Fahrer des Wagens (Schauspieler Antoine Monot Jr.) zu dem Zeitpunkt keinen Führerschein besitzt. An Bord sind mit ihm die beiden anderen ‚Absoluten Giganten‘ Florian Lukas und Frank Giering, die ihre letzte gemeinsame Nacht verbringen. Im Hintergrund hören wir gefrickel und Dirk von Lotzow wiederholt die Zeile „Man muss immer weiter durchbrechen“.

Der gemeinte musikalische Beitrag zum legendären Soundtrack (u.a. mit Beiträgen von The Notwist, Sophia und G.Love) kam von Egoexpress und das dazu gehörige Album des Duos Bieker bringt so manchen Freund elektronischer Musik auch heute noch in helle Aufruhr, denn selten klang Technomusik auf Albumlänge so clever und frisch.

Etwa fünf Jahre sind seit dem vergangen. Weg vom Fenster waren die beiden Tausendsasser nie. Immer wieder meldeten sich mit ihren Projekten und Mixarbeiten zurück. Ihr 2005 erschienenes Album Hot Wire My Heart beginnt mit Aranda. Einem ruhigen Track, bei dem sogar Akustikgitarren den Takt angeben dürfen. Bemerkenswert an Hot Wire My Heart ist insbesondere der Verzicht auf Samples. An sich hat sich am Sound der Hamburger jedoch nicht viel verändert. Wiederholung ist immernoch Trumpf und Egoexpress beweisen auch hier ihr großartiges Gespür für den richtigen Ton und den perfekten Moment für den Ausbruch aus den minimalistischen Strukturen der Stücke. Dieses Prinzip glückt insbesondere bei der Single Knartz IV, die neben Aranda und Hot Wire My Heart zum Highlight der Platte gehört. Im Moment arbeiten die Musiker an dem Nachfolger zu Hot Wire My Heart und haben sich auch keine Auftritte geplant. Bis zum Festivalsommer 2007 wird es jedoch bestimmt etwas Neues von den beiden Musikern zu melden geben. (Sebastian Jegorow)

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