Denis Johnson – Train Dreams


In seinem neuen Roman erzählt der Autor Denis Johnson die Lebensgeschichte eines schlichten Tagelöhners Robert Grainier am Anfang des 20. Jahrhunderts. Wir befinden uns nachts mitten im Nirgendwo und werden vom Lagerfeuer gewärmt. Im Dunkeln der Nacht sehen wir einzig und allein das schwache Feuer und Denis Johnsons bärtiges Gesicht. Er erzählt uns die Geschichte des Tagelöhners Robert Grainier, der irgendwann 1866 geboren wurde, von seiner Herkunft nicht viel wußte und sein Leben lang eine unbedeutende Figur blieb. Wir werden Zeugen wie Robert Grainier seine Frau und sein Kind bei einem Feuer verliert und sein schlichtes Leben meistert.

Wie sein Freund stirbt, nachdem er sich zum ersten mal im Leben betrunken hat, und wie Grainier sich wieder im Wald einsiedelt. Eben ein schlichtes Leben, am Anfang des 20. Jahrhunderts, mit aller Härte, Schönheit und all seinen tragischen Momenten. Denis Johnsons Erzählweise wirkt subtil, schafft es jedoch durch Lebendigkeit und Bildhaftigkeit zu fesseln. Und so gelingt es dem Autor auf etwa 110 Seiten die Geschichte eines Lebens zu erzählen, das trotz, oder vielleicht gerade wegen der Schlichtheit fesselt und dem Leser den Protagonisten näher bringt. Dabei verzichtet er auf großes Drum-Herum und konzentriert sich auf die Schlüsselmomente in Grainiers Leben, die knapp, prägnant und schön beschrieben werden. Am Ende ist Grainiers Lebensgeschichte zu Ende, unser Lagerfeuer erloschen und, ohne es bemerkt zu haben, ist der Erzähler verschwunden. Was übrig bleibt ist seine Geschichte, die uns, genauso wir die Figuren, noch Tage lang verfolgen wird.

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