Dave Matthews Band 1


Dave Matthews Band

Sich im Amerika der frühen 90er Jahre eine Akustikgitarre zu schnappen und, u.a. zusammen mit einem Geiger und einem Saxophonisten, eine Band zu gründen, die mitunter eine stark jazzlastige Musik machte, war, na ja, nicht gerade eine naheliegende Option in einer von Nirvana, Michael Jackson oder Guns ’n’ Roses geprägten Musiklandschaft.

Wie man daran bereits sehen kann, war der Sound der Dave Matthews Band (DMB) immer schon etwas anders als der von anderen Bands und sich nach Zeitgeist oder Moden zu richten nicht ihr Ding. Bis heute besteht die 1991 in Charlottesville, VA. gegründete fünfköpfige Kombo aus Carter Beauford (Schlagzeug), Stefan Lessard (Bass), LeRoi Moore (u.a. Saxophon), Boyd Tinsley (Geige) und dem Namensgeber Dave Matthews (Gesang, Gitarre). Live wird die Gruppe oft von diversen Gastmusikern wie Tim Reynolds (Gitarre) oder Butch Taylor (Keyboards) begleitet. Der
eigene, in sieben regulären Alben und diversen Liveveröffentlichungen geprägte Stil lässt sich heute wie damals schwer kategorisieren. Elemente aus Rock, Folk, Bluegrass, Jazz, Hip-Hop und etlichen anderen Genres lassen sich in den Songs der DMB wiederfinden. „Alternative“, „Heavy Metal“, „Pop“, „World-Music“, alles Plattenladenfächer in denen man CDs der DMB von Zeit zu Zeit findet und die zeigen wie schwer und sinnlos eine genaue Einordnung der Musikrichtung ist. An sich kann man sich jedoch glücklich schätzen, wenn man die Platten hierzulande überhaupt
findet. Oftmals sind DMB-Alben in Deutschland nämlich nur als Importe erhältlich.

Viele deutsche DMB-Anhänger stießen sicherlich bei etwaigen USA-Aufenthalten auf diese neue, andersartige Musik, die auf den ersten Blick so rein gar nichts mit populären oder alternativen Hörgewohnheiten europäischer Prägung gemeinsam hat. Mir passierte es 1996. Eine Geige, Akustikgitarren, Saxophon? Was höre ich da gerade? Und wieso macht das trotz dieser komischen Instrumente Laune und ist auf dieser Party, auf der ich gerade bin, überhaupt nicht fehl am Platz? Crash, das dritte Album der DMB war gerade ein paar Wochen auf dem Markt und der Opener So Much To Say lief auf dieser Party. Bis heute ist es einer meiner Lieblingssongs der Band. Seitdem hat sich viel verändert. Die DMB wurde in den Staaten noch bekannter und füllt mittlerweile große Football- und Baseballstadien. Das Internet machte es leichter auch von Deutschland aus Informationen über die Band zu bekommen und ihre Karriere zu verfolgen. Denn wenn ein Europäer die Gruppe live sehen wollte, dann musste er weit reisen. Außerhalb von Amerika gab es kaum Konzerte. Und wenn mal welche geplant waren, wurden sie wie im Jahr 2001 (durch 9/11) abgesagt und nicht nachgeholt. Als europäischer Fan konnte man am DMB-Gebaren der letzten Jahre oft verzweifeln.

Aber das Schöne an Musik ist doch, dass man nur eine CD in den Player legen muss, um daran erinnert zu werden wieso man eine Band so gerne mag, egal wo sie Konzerte spielt. Vom ersten Album Remember Two Things bis zum vorerst Letzten (dem äußerst durchwachsenen Stand Up)
vergingen zwölf Jahre. Die Anzahl der Fans stieg stetig und selbst das von der Band seit 1998 stark vernachlässigte Europa rekrutiert immer neue Anhänger. Internet und „word of mouth“ sei Dank. Für März 2007 stehen u.a. in Deutschland, Italien, Frankreich und Dänemark bereits ausverkaufte Solokonzerte von Dave Matthews an. Zwei Monate später beehrt dann die komplette Band, zum ersten Mal seit fast neun Jahren, unseren Kontinent. Es wird interessant zu sehen sein, wie die Musiker von ihren europäischen Fans aufgenommen werden und wann der Weg über den „großen Teich“ wieder in Angriff genommen wird. Ein neues Album scheint noch für 2007 geplant zu sein und eins ist sicher, „celebrate we will“! (Sascha Knapek)


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Ein Gedanke zu “Dave Matthews Band

  • Sebdawg

    Ich empfehle antsmarching.org (größte DMB fansite aus den US of A) und dreamingtree.org (für downloads von live shows).

    Grüße
    sebdawg (Diehard-Fan seit 13 Jahren)