9 Songs



Über Liebe, Sex und Zärtlichkeit in der heutigen Zeit. Franz Ferdinand und The Dandy Warhols. Träume. Erinnerungen. Die Arktis und das hippe London. Und einen Regisseur, der uns die Ejakulation im Breitformat 16 : 9 liefert. Der Plot ist schnell erzählt: London. Der Bonvivant Matt (Kieran O’Brien) und die junge amerikanische Studentin Lisa (Margo Stilley), zwei Großstadtseelen, treffen auf einem Rockkonzert aufeinander, verlieben sich und entlieben sich wieder. Was in dem Jahr dazwischen passierte, das rekapituliert Klimaforscher Matt während einer Forschungsreise.

Das ist der Rahmen für Regisseur Michael Winterbottoms (Code 49, With or without you) 9 Songs, eine urbane Liebesgeschichte, vielleicht auch der Versuch einer Studie über die Lebensgewohnheiten, Träume und Sehnsüchte des modernen Menschen in der Großstadt. Und über die Authentizität des hier gezeigten lässt sich nicht streiten:

Shocking! Doch wenn man die Szenen als komplexe Form der Intimität versteht, dann entwickelt der Film seine eigentliche Kraft. Wer hier nur errötet, den Finger hebt und die zugegeben recht explizit dargestellten Sexszenen anprangert, dem entgehen 69 Minuten (Absicht?) voller Leidenschaft, Intimität, Musik, Liebe und den Verlust der Selbigen. Man könnte Winterbottom natürlich den Vorwurf machen, hier gezielt Bands zu featuren, die für viele Grund genug sein dürften, sich die DVD blindlings zuzulegen, um die exklusiven Livemitschnitte von Bands wie Franz Ferdinand, BRMC, Elbow und Super Furry Animals u.a. ihr eigen nennen zu können. Doch es ging Winterbottom vor allem um die Beziehung zweier Großstadtseelen, um Liebe und Sexualität in der heutigen Zeit und das oft schmerzhafte Erinnern an eine einst frische und leidenschaftliche Liebesbeziehung. Ich bleibe dabei: Einer der schönsten, traurigsten Filme über die magischen Momente des Verliebtseins der letzten Jahre. (Nicholas Hessenkamp)

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