Tristram Shandy – A Cock and Bull Story


Tristram Shandy

Lawrence Sterne hätte vergnügt gelacht über die Unverfilmbarkeit seines Tristram Shandy (1759 – 1767, in 9 Bänden), vielleicht wäre er gar tänzerisch durch seinen Rosengarten gehüpft oder hätte Purzelbäume zur Mittagszeit geschlagen, doch er starb lange, bevor das Medium geboren wurde.

So uferlos und verspielt die Plaudereien und Exkurse des Erzählers (Tristram Shandy), so unkonsequent sein Vorhaben, seine angekündigte Autobiografie zu manifestieren. Und gerade wegen
jener Unkonsequenz der Handlungsführung und Verweigerung jeglicher stringenter literarischer Konventionen ist dieses Meisterwerk der exemplarische Vorläufer des
modernen Romans. Darüber hinaus einfach urkomisch, weise, tiefsinnig, überraschend und unbedingt lesenswert.

Nun, fast 250 Jahre nach Erscheinen des ersten Bandes, hat sich der Engländer
Michael Winterbottom (9 Songs) dem Stoff genähert und viel, vielleicht gleich alles
richtig gemacht.Winterbottom öffnet 2 Erzählebenen: die der filmischen, nahe am literarischen Vorbild, und die eines Filmteams, das verzweifelt versucht, eben jenen Tristram Shandy auf die Leinwand zu bringen. Steve Coogan spielt Tristram Shandy und sich selbst, – eine Art Antiheld. So wechseln die Schlüsselszenen des Buches periodisch mit Szenen vom Set, Pseudointerviews und Making of – Cuts. Film in Film also. Mit diesem Kniff gelingt es Winterbottom, die fortlaufende Filmhandlung per ´se ins Leere laufen zu lassen. Und näher kann man der literarischen Vorlage wohl kaum kommen. Ein Guter. (Nicholas Hessenkamp)

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