The Science Of Sleep


Science Of Sleep

Michel Gondry ist mit Sicherheit alles andere als ein normaler Regisseur. Bereits seine großartigen Videoclips für Künstler wie Björk oder Massive Attack sprangen an allen Ecken den Rahmen des Gewöhnlichen. Und auch sein letzter Film Eternal Sunshine Of The Spotless Minds sorgte aufgrund der skurril konstruierten Geschichte und der packenden Erzählart für furore. Im Falle von The Science Of Sleep übertrifft er sich jedoch selbst. Dabei verzichtet er auf große Computeranimationen und setzt trotz der zahlreichen surrealen Elemente auf uralte Tricktechnik, Schere und Kleber.

Zur Geschichte: der kreative Zeichner Stéphane wird von seiner Mutter mit der Aussicht auf einen interessanten Job von Mexiko nach Paris gelockt. Der erhoffte Traumjob entpuppt sich jedoch als ein sonderbarer Alptraum. Für Abwechslung und Trost sorgt die Nachbarin Stéphanie, in die sich Stéphan langsam verliebt. Der Fantasie des Künstlers begegnen wir nicht nur bei der Vorstellung seiner Arbeiten, sondern insbesondere in den amüsanten Tagträumen, die in Form einer TV-Show insziniert sind, und den richtigen Träumen, die ihm einige peinliche Situationen einhandeln.

The Science Of Sleep geht deutlich weiter als Eternal Sunshine Of The Spotless Minds. Die Traumwelt des Protagonisten wirkt kunterbunt und wird ebenfalls so dargestellt. The Science Of Sleep ist ein großes Filmerlebnis, das den Zuschauer fordert und ihn zugleich mit einer riesigen Portion Glückshormonen belohnt. Welches Detail letztlich an dem Film am besten gefällt, ist schwer zu sagen. Zum einen sind es die babylonischen Ansätze, die munter fröhnlich alle Sprachen durcheinandermischen und anfangs so aussehen, als hätte der Verleih nicht genug Geld gehabt, um den gesamten Film zu übersetzen. Dann wäre da der große Humor (insbesondere Stéphanes Arbeitskollegen), der einem immer wieder begegnet. Und dann sind da natürlich die phantasiervollen Figuren Stéphane und Stéphanie, in die man sich aufgrund ihrer zarten Einfälle und der blühenden Phantasie sofort verliebt.

Alles in allem ist The Science Of Sleep ganz großes Highlight des Filmjahres 2006 und ein charmant genialer Film für alle, die irgendwo im inneren Kind geblieben sind. (Sebastian Jegorow)

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.