The Royal Tenenbaums


The Royal Tenenbaums

Es fängt mit einem Buch an, das aus der Bibliothek ausgeliehen und aufgeschlagen wird. Darin sind die Worte „Royal Tenenbaum bought the house on Archer Avenue in the winter of his 35th year…“ zu lesen, mit denen der Prolog der Geschichte anfängt, die uns Regisseur Wes Anderson in seinem dritten Film The Royal Tenenbaums präsentiert. Die Geschichte der Familie voller Genies wird aus dem Off von einem Sprecher eingeleitet, der die gesamte skurrile Familie vorstellt.

In den folgenden zwei Stunden bekommt der Zuschauer den Aufstieg, Fall und insbesondere den Umgang mit der Situation der Familie Tenenbaum in einer Art
präsentiert, die unvergleich liebevoll und interessant ausfällt. Nachdem das getrennt lebende Familienoberhaupt Royal aus dem Hotel fliegt, täuscht er eine tödliche Krankheit vor und nistet sich bei seiner Familie ein. Aufgrund diverser Ereignisse kommt es dazu, dass die Familie nun zum ersten mal seit vielen Jahren unter einem Dach miteinander auskommen muss.

Insbesondere die Figuren zeichnen die Geschichte aus. Die Mitglieder und Freunde der Familie Tenenbaum sind vereinfachte Stereotype, die jedoch trotz allem zugleich glaubwürdig und mit viel Feingefühl konstruiert erscheinen. Insgesamt bilden sie ein Mosaik unserer Empfindungen und unserer vielschichtigen Seiten.. Da wäre der gutherzige Lügner Royal, die verschlossene und verwirrte Margot, die gescheiterten Talente. Meisterhaft gespielt wird dieses augenzwinkerndes Familienepos, das stellenweise an die Geschichten von John Irving erinnert, meisterhaft von Schauspielern wie Gene Hackman, Owen Wilson, Ben Stiller, Gwyneth Paltrow und Bill Murray, der ebenfalls in Rushmore und The Life Aquatic with Steve Zissou zu sehen ist.

Drehbuchautor und Regisseur Wes Anderson setzt in dem Film die Linie fort, die er bereits bei seinem zweiten Film Rushmore zu zeichnen begann. Wurde die Geschichte seines Debüts Bottle Rocket (1996) noch eher klassisch erzählt, so zeichnen Rushmore (1998), Royal Tennenbaums (2001) und The Life Aquatic with Steve Zissou (2004) der entwickelte Erzählstil aus, der oftmals zu Übertreibungen, Klischees, komischen Elementen greift und somit Kindergeschichten ähnelt. Geprägt werden seine Filme von kaum auffälligen Besonderheiten, jedoch zugleich perfekt wirken. So lohnt es sich beim zweiten Blick auf die Kostümwahl und die prägnante Farbgebung zu achten. Ein weiterer wichtiger Baustein der Filme ist der Soundtrack, der bei Anderson immer eine große Rolle spielt. In dem Fall finden wir Stücke von Elliott Smith, Emmit Rhodes, Nico und den Ramones, die die Bildgewaltige Geschichte perfekt untermalen.

Zwischendurch war Anderson an dem Film The Squid And The Whale als Produzent beteiligt. Im kommenden Jahr kommt Andersons neuer Film The Fantastic Mr. Fox in die Kinos, in dem diesmal Anjelica Huston und Jason Schwartzman mitspielen.Bis dahin bleibt jedoch noch viel Zeit The Royal Tenenbaums diverse male anzuschauen. Egal ob Dalmatinermäuse, Dudley oder der treue Pogoda, die Geschichte steckt voller kleiner Besonderheiten, die den Zuschauer Monatelang in seinen Gedanken verfolgen und dazu bringen den Film immer und immer wieder zu schauen. (Sebastian Jegorow)

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