Sunset Rubdown – Shut Up I am Dreaming


Sunset Rubdown

Sunset Rubdown begann als reines Tastensoloprojekt des jetzt montrealischen Spencer Krug, aber nun scheint dieses Projekt aus den Windeln hinaus zu wachsen: Shut Up I am dreaming ist mehr als nur Keyboard & Laptop und dies ist auch den neuen, recht bekannten Bandmitgliedern wie Camilla Wynn Ingr von Pony Up! zu verdanken, die mit ihren eigenen Instrumenten auch ihre eigene Kreativität einbrachten. Konzerte in ihrer Heimatstadt Montréal sind über eine Woche vorher ausverkauft, und dennoch ist die Platte zur Zeit nur sehr schlecht in Deutschland käuflich zu erwerben.

Es ist Musik, wie sie wohl nur aus dem Norden kommen kann: ein Auf und Ab der Gemütszustände, wie ein Wechsel der Jahreszeiten. Traurigkeit wird hier mit Sarkasmus durchmischt, Freude auf wärmere Zeiten klingt durch und manchmal scheint es, als wären 5 Monate kanadischer Winter einfach zu viel. Sicher, die Musik lebt nicht von großer Ideenvielfalt, wie sie etwa bei Radiohead zu finden wäre, sondern von ihrer schlichten, aber tiefgründigen Gradlinigkeit.

Das Album erinnert manchmal an The Arcade Fire (vor allem am Anfang). Spencer’s Gesang ist mal melancholisch, mal hoffnungsvoll; manchmal, wie in „They took a vote and said no“ auch resigniert. „That’s how it goes baby, that’s how goes.“ Erzählt er uns und ja, wir können uns auch in etwa vorstellen, was er da meint.

Zwischendurch voller Optimismus, endet die Platte voller Tristess, als wäre die weiße Pracht Montréals im Winter einer grauen Brühe gewichen und hält nun an. „Oceans never listen to us anyway. And if I fall into the drink, I will say your name, before I sink.” “Don’t make a sound”, singt Spencer Krug am Ende, aber wir möchten sagen: Please, make a sound. Please. Grandios. (Doreen Spange)

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