Damien Jurado – Now That I´m In Your Shadow


Damien Jurado

Jens Lekman, Antony & The Johnsons,Swearing At Motorists, Danielson, .. Vor dem Gebäude des amerikanischen Labels Secretly Canadian sollten wir alle auf die Knie fallen. Und seit Where Shall You Take Me ist Damien Jurado ein weiterer Grund dem Label für diese großartigen Platten zu danken..

Und bei Damien Jurado ist natürlich zunächst alles beim Alten. So singt der Songwriter auch diesmal wieder von alten Werten, Truck Stops, Gas Stations, Trailers und einer Welt, die zumindest in dieser Form weit weg zu sein scheint und selbst in seiner Heimat gegenwärtig in einem
postmodernen Matsch untergeht. In „I Had No Intentions“ trauert eine weinende Mutter über dem Körper ihres Sohnes, dessen Brust von seinem Konkurrenten – natürlich für ein Mädchen – mit Blei gefüllt wurde. Trotz all der Bonanza-Ästhetik und der Weltentwicklung singt Jurado jedoch nicht von vergangenen Zeiten. Seine Songs und Texte sind auf eine astrakte Art allgegenwärtig. Wahnsinn und Liebe, das alte Paar. Ob es nun in einem Nebel aus Metaphern erscheint oder wortwörtlich genommen wird, spielt dabei keine Rolle. Zudem ist da noch Damien Jurados große Stärke: die Ehrlichkeit, in der die eigene Suche nach dem Glück klassische Moralvorstellungen auffressen und Zeilen wie “Does your husband know I call you sweetheart” hervorbringen.

Neben all der allseits bekannten Merkmale, hat sich musikalisch zumindest etwas verändert. Damien Jurado wird diesmal nämlich von Eric Fisher und Jenna Conrad begleitet, die nun seine Band bilden. Jenna Conrads Gesang in dem wunderschönen „How Were The Chances“, dem schönsten Duett seit [setzen Sie an diese Stelle ihr liebstes Duett der letzten 50 Jahre ein]. Die beiden spielen sich mit Zeilen wie „Pick up and call me Lover“ immer wieder sanft den Ball zu. Untermalt wird all dies zum ersten mal von überraschend viel Background. Geigen, sphärische Klänge und im Falle von „How Were The Chances“ sogar Hintergrundgetucker unterlegen die intimen Songs und passen sich ihnen perfekt an. Instrumental-Tracks wie „Hotel Hospital“ oder „Survived By Her Husband“ überbrücken die Songs zusätzlich und so verpasst man hin und wieder die Übergänge zwischen den Stücken.

Die Stimme bleibt die Alte und mag so gar nicht zu dem äußeren des Amerikaners passen, der einen eher an einen Schlachter, als an einen weisen Poeten erinnert. Am Ende erklingt das sphärische „Montesano“ und erinnert an Bonnie ‚Prince‘ Billy. Irgendwo in Oldhams Nähe darf man ihn platzieren. Durfte man aber schon immer. „And Now That I´m In Your Shadow“ ist leise, düster, ehrlich, böse…grandios. (Sebastian Jegorow)

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.