Pearl Jam – Touring Fan ’06 2


Wenn man versucht jemandem, der nicht viel mit Musik am Hut hat, zu erklären wieso man innerhalb von ca. vier Wochen fünf Konzerte von ein und derselben Band besucht, gibt man am besten auf bevor man damit anfängt. Im Prinzip ist die Sache aber ganz einfach. Jeder Musik- und Konzertbegeisterte hat eine Band zu der man eine besondere Verbindung hat. Solche Bands live zu sehen ist ein ganz eigenes Erlebnis und auch wenn man es manchmal mit Tausenden von Leuten teilt, immer etwas sehr persönliches. Bei mir ist diese Band seit 13 oder 14 Jahren Pearl Jam. Ihre gerade zu Ende gehende Europatour, die erste seit sechs Jahren, nutzte ich um mir ihre Auftritte in Arnheim, Antwerpen, Verona, Mailand und Berlin anzusehen. Dabei heraus kamen fünf sehr unterschiedliche Konzerte, ein gedankliches Buch voller Erinnerungen, duzende von netten Menschen die man kennen lernen durfte und ein Sommer an den ich mich noch lange erinnern werde. Und wenn man es doch mit einer Erklärung versuchen will lässt man am besten einfach die Zahlen sprechen: 5 Konzerte, 138 Songs, 65 verschiedene Songs, im Schnitt 27,6 Songs pro Konzert.

Das erste Konzertduo, Arnheim und Antwerpen, fand Ende August statt. Im Fußballstadion von Arnheim wurden die Mannen um Sänger Eddie Vedder von fast 30.000 Fans gefeiert. Es ist schon faszinierend wie die Band es schafft auch solch große Stadien in intime und freundliche Orte zu verwandeln. Im Vorfeld erstellte ich mir eine „to-do-Liste“ von Songs die ich gerne mindestens auf einem der fünf Konzerte hören würde. U.a. mit „Release“, „I Got ID“ und dem Neil Young-Cover “Rocking In The Free World” wurde diese „abgearbeitet”. Um uns herum saß leider alles. Ab „Bu$hleaguer“ war das aber Geschichte.

Kontrastprogramm am nächsten Tag. Dank Fanclubtickets ließen sich in der mittelgroßen Halle sehr gute Plätze sichern und spätestens am Ende des Abends wusste ich wieso die Entscheidung sich mehrere Konzerte anzusehen die goldrichtige war. Nach einem klasse Konzert wie Arnheim denkt man dies sei nicht zu toppen. 24 Stunden später belehrte uns Antwerpen eines besseren. Die Version von „Black“ rührte selbst hartgesottene Zeitgenossen zu Tränen und rückte das Publikum in den Mittelpunkt. Das Temple of the Dog-Cover „Hunger Strike“ und das wunderschöne “Indifference” rundeten eine sehr gelungene Setlist ab. Die Band war von ihrem ersten Belgienauftritt überhaupt sichtlich ähnlich überwältigt wie das Publikum. Man verbrachte den Abend irgendwie Hand-in-Hand, auch wenn fünf Leute in der Halle auf einer Bühne standen.
Die vier Tage in Italien können getrost als Highlight bezeichnet werden. Überwältigende Tage im schönen Verona und Mailand wurden mit Konzerten abgerundet die nicht nur der Musik wegen unvergesslich bleiben. Ich denke da speziell an Verona. Ein mehrstündiger Wolkenbruch ließ die Setlist zwar leider auf eine „normale“ schrumpfen, aber allein der Fakt das die in der Luft hängende Absage des Konzerts ausblieb war ein Grund zur Freunde. Nass bis auf die Unterhose (Konzert war open-air) vergaß ich das nach einigen Songs in der bezaubernden alten Arena in Verona zum Glück und speziell die beiden Songs „Inside Job“ und „Come Back“ vom aktuellen Albun bildeten für mich die Grinsepunkte des Abends. Mailand am nächsten Abend glänzte durch ein stimmgewaltiges Publikum, einen verhältnismäßig redseligen Vedder und die selten gespielten Songs „Faithful“, „Parachutes“ und dem Tom Waits-Cover „Picture In A Frame“.
Meine Berlinerinnerungen sind noch sehr frisch und münden wohl in einen ausführlichen Konzerbericht. Die Wettermiesere in Verona wurde wettgemacht, dass Publikum sang laut Vedder besser als das Italienische und eine freundlichere Stimmung vor und während des Konzerts hab ich selten erlebt. Mit „Footsteps“ gruben Pearl Jam eine Perle aus ihrem Repertoire aus und nach 29 Songs und Mike McCreadys letzten Gitarrenklängen war der Spaß vorbei. Aber die Erinnerung bleibt, an fünf Konzerte meiner Lieblingsband im Sommer 2006. Thank you and good night!


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