Yonder Mountain String Band – Yonder Mountain String Band


Yonder Mountain String Band

Im Frühsommer diesen Jahres veröffentlichte die Yonder Mountain String Band ihr erstes Studioalbum seit drei Jahren. Mit Tom Rothrock saß zum ersten Mal ein etablierter Produzent (u.a. Beck und Elliott Smith) hinter den Reglern und die selbstbetitelte Platte ist so ziemlich das Eingängigste was die Jungs aus Colorado bis jetzt veröffentlicht haben. Für mitteleuropäische Ohren kann dies aber durchaus eine etwas längere Einhörzeit bedeuten.

Die Yonder Mountain String Band (YMSB) spielt Bluegrass. Country-, Folk- und Rockelemente werden zu gleichen Teilen beigemischt und heraus kommt eine Art Alternative-irgendwas. Man kann es schwer beschreiben. In unseren Landen hört man so was bestenfalls in der „Country-Hour“ auf AFN. Denkt man zumindest. Denn die Songs der YMSB laufen da nicht und Gemeinsamkeiten zu Cowboyhut- und Stiefeltragenden, Hillbillymusikern aus dem Süden der USA hört wohl auch nur das jungfräuliche, deutsche Ohr. Die Musik ist nicht altbacken, sie macht Spaß. Banjo, Mandoline und Akustikgitarre sind zwar die tragenden Instrumente, aber mit welcher Leidenschaft und Freude diese gespielt werden macht den Unterschied aus.

Die mittlerweile vierte Studioplatte der YMSB beherbergt zwölf Songs. Elf davon sind aus eigener Feder. Im Vergleich zu den ersten drei CDs ist die Produktion mainstreamiger (’tschuldigung, Begriffsterrorismus). Man hört Drums, E-Gitarren und andere Instrumente die im YMSB-Kosmos bis dahin nicht viel verloren hatten. Aber keine Angst, die dominierenden Parts bleiben für Banjo, Mandoline, Akustikgitarre und mehrstimmigen Harmoniegesang reserviert. Ach so, hab ich schon erwähnt das Mainstream relativ ist?

Ich nenn das Ganze jetzt einfach mal „Rocky Mountain Musik für junge Leute“. Denn so fühlt es sich an wenn die CD mit dem besten Song Sidewalk Stars eingeleitet wird. Zur schnellen Nummer Troubled Mind lässt es sich perfekt tanzen, bei Night Out geht’s einem ähnlich. Das Album ist sehr dicht und ohne große Ausfälle. Perfekte Musik für lange Autofahrten, Lagerfeuer oder MP3-Player-Material für Ausflüge in die Natur. Am besten natürlich die Natur Colorados, aber nur wenn einem der Weg nicht zu weit ist und man überhaupt so banausenhaft veranlagt ist und einen MP3-Player mit in die Natur nimmt. „She wanted California / Got Oregon I hear“ heißt es im Song I Ain’t Been Myself In Years. Wie Oregon ist die YMSB ein Geheimtipp, aber wer Großstadtflair und Mainstreamunterhaltung (ok, ok ich terrorisiere wieder) sucht, wird wohl eher in Kalifornien fündig. Dem Rest wünsche ich schon mal viel Spaß, den werdet ihr haben! (Sascha Knapek)

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