Meike Büttner


Meike Büttner

Während Meike Büttner (http://www.myspace.com/meikebuettner) mit Jan Weichsel (sonst für Lee Buddah am Kontrabass tätig) beim Acoustic Open im Dortmunder Subrosa zum ersten Mal ihre Songs auf der Bühne präsentiert, überlegt sich der Sonic-Reducer-Depp vor der Bühne wie wohl der Artikel über die Songwriterin und Autorin enden – ja zumindest mal anfangen – soll. Viel hat sie in den letzten Tagen erzählt, doch irgendwie fehlt nun plötzlich der rote Faden. An sich wären die drei Zaubernüsse, die sie in Anlehnung an Aschenbrödel immer mit sich trägt, ein toller Aufhänger, doch da fehlt nun plötzlich ein Anknüpfungspunkt und die Kreativität. Gedankenstau!

Letztlich ist es wohl am sinnvollsten und bequemsten, wenn man Wortakrobaten sich selbst vorstellen läßt. Also Frau Büttner, machen Sie den Anfang: „Ich wurde am 08.04.1982 in Duisburg-Wedau geboren. Meine Mutter ist so etwas wie eine Geburtentouristin. Sie hat vier Kinder in vier verschiedenen Krankenhäusern geboren. Wie auch immer. Ich bin jedenfalls mit den anderen Drei in Obschwarzbauch aufgewachsen. Das ist ein Fleck auf der Patchworkdecke der Landschaften zwischen Velbert und Düsseldorf. Ein ganz fieser, kleiner Fleck, den man nicht wegwischen kann..“ Nach ihrem Umzug nach Bochum hat sie einige Regieassistenzen am Theater gemacht, als Texterin in einer Werbeagentur gearbeitet, wurde Mutter und hat während des Erziehungsurlaubs ihre Liebe zum Schreiben ausgelebt. Es folgten einige Erfolge wie die Veröffentlichung einer ihrer Geschichten in der Anthologie „Rote Schuhe“ und beim WDR5. Als nächstes nimmt sie mit vier befreundeten Autoren die Organisation einer Lesebühne im Bochumer Riff in den Angriff, die ab dem 5. Oktober jeden ersten Donnerstag im Monat stattfinden soll. Um endlich mal auf den erhofften Punkt zu kommen: Parallel dazu macht sie nun ihre ersten Gehversuche als Musikerin.

In ihren Geschichten werden auch mal Frauen beim Sex mit Stiefeln bewusstlos geschlagen, in schrägen Träumen befriedigen gewalttätige Elefanten angebundene Schafe und in einem ihrer Songs geht es schlicht und einfach um Penisneid. Doch an sich dürfte nun ein völlig falsches Bild ihrer Musik und der Songtexte entstehen. Denn das was gerade eher an Rammstein erinnert, ist in Meikes Fall in folkige Popsongs verpackt, die selbst in den melancholischsten Momenten Sommergefühl verbreiten. Und auch textlich geht es da meist etwas gesitteter zu. So streift sie dabei Themen wie den Anfang und das Ende der Liebe oder ihre dreijährige Tochter, für den sie den Song „Soll er doch“ geschrieben hat.

Regy Clasen würde da einem musikalisch als Referenz vielleicht einfallen, wenn sie denn etwas seriöseren Folk machen würde, also vielleicht doch eher Beth Orton am Strand? Whatever…ein erstes Album sei in Arbeit, erzählt sie. Da die Albumaufnahmen aufgrund des Zeitmangels nur
schleppend vorangehen, könne es jedoch noch einige Monate dauern, bis alle 15 geschriebenen Songs im Kasten sind. Bis dahin gibt es jedoch mit Sicherheit diverse Möglichkeiten die Dame wie an dem oben erwähnten Acoustic Open Abend im Subrosa (den sie übrigens gegen alle Favoriten
gewann) live auf der Bühne zu sehen. Dann erklärt sie vielleicht auch mal die Sache mit den drei Zaubernüssen Nüssen und Aschenbrödel. (Sebastian Jegorow)

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