Francis, Dreyer – Everything Is One


Pete Francis

Es ist Frühsommer 2006 und seit dem Ende seiner ehemaligen Band Dispatch legt Pete Francis mal wieder eine Kollaborations-Platte vor. Everything Is One wurde in Zusammenarbeit mit Craig Dreyer geschrieben und aufgenommen. Die vierte Solo-Scheibe von Francis ist also keine wirkliche Einzelveranstaltung und gerade das macht sie stark.

Pete Francis ist ein guter Songschreiber, keine Frage. Dispatch-Songs aus seiner Feder (wie Two Coins, Bridges oder Lightning) gehören zum Inventar jedes Fans dieser Band. Auch sein 2001 veröffentlichtes Solo-Debut So They Say beinhaltete wundervolle Lieder mit reduzierter Instrumentierung. Leider verloren sich die beiden Nachfolgealben Untold (2003) und Good To Finally Know (2004) in der unnötigen Suche nach „Pop“, immer gleichen Klangwelten. Insbesondere Good To Finally Know wirkte nichtssagend und teilweise überhastet. Für sein viertes Studioalbum holte sich Pete Francis Verstärkung in´s Boot. Eine, wie sich nach den ersten Durchgängen des neuen Albums herausstellte, weise Entscheidung. Bei kreativem Konkurrenzdruck scheint Francis besonders aufzublühen. Was früher Brad Corrigan und Chad Urmston bei Dispatch waren, ist bei Everything Is One heute Craig Dreyer. Die Hälfte der zehn Songs schrieb Dreyer (zum Teil mit Michael Parrish). Zwei sind aus Francis’ Feder und bei drei Songs bündelten Dreyer und Francis ihre Kräfte.

Francis und Dreyer kommen bei allen Songs als gutes und harmonisches Duo rüber. Die Atmosphäre erinnert oft an die ersten beiden Alben von The Band. Leise Drums, akustische Gitarren, dezenter Bass, zweistimmiger Gesang und Klaviermelodien die mindestens einen Fuß sofort zum mitwippen bringen. Song Nummer zwei Crooked Bones ist ein besonders positives Beispiel hierfür. Elena, der heimliche Hit der Platte, beherbergt so ziemlich alles was die Zusammenarbeit Francis/Dreyer groß macht. Von Countryklängen begleitet, singen sich die beiden Songwriter abwechselnd durch den Song. Der Refrain wird gemeinsam vorgetragen und macht besonders Spaß. „And would you care if I told you your name / Reminded me of someone else who looked like you“, singen Francis/Dreyer zusammen und man erwischt sich schnell dabei es ihnen gleich zu tun. Cannonball, der Titeltrack Everything Is One und Things You’ll Never Find schlagen in die gleiche Kerbe. Schöne Gemeinschaftswerke bei denen man merkt, dass diese beiden Musiker sich gesucht und gefunden haben.

Eyes Of The Sun ist der Popsong der Platte. Er wirkt fehl am Platz und hätte besser aufs vorherige Francis-Album gepasst. Textlich haben Dreyers Songs Hand und Fuß, Francis folgt ihm aber ohne viel Abstand und liefert, wie ich finde, mit der folgenden Strophe im Song Wonderful einen herrlichen und nicht weiter tragischen Aussetzer: „My eyes need a camera mechanic / My hearts needs a plumber / And my penis needs a witch doctor“ Mein Vertrauen in die Stärke von
Pete Francis Alben wurde (dank Craig Dreyer) mit Everything Is One wieder gestärkt. Klempner hin, Doktor her. Solange sie Francis und Dreyer heißen ist alles im grünen Bereich. (Sascha Knapek)

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