Eef Barzeclay – Bitter Honey


Eef Barzeclay

Im Hauptberuf ist Eef Barzelay Frontmann der Alt.Country-Rocker Clem Snide. Kürzlich veröffentlichte er mit Bitter Honey seine erste Solo-CD. Nur mit Akustikgitarre bewaffnet singt er sich und den Hörer durch abgedreht zynische Texte und teilweise wunderschöne Melodien.

That was my ass bouncing next to Ludacris. Um auf Nummer sicher zu gehen ob man da gerade richtig gehört hat, hört man den Anfang des ersten Songs auf Bitter Honey besser gleich noch mal. Man wird feststellen, dass man richtig gehört hat. In Ballad of Bitter Honey geht es nämlich nicht um bitteren Honig, sondern um das Seelenleben einer Hupfdole aus Nelly und Ludacris-Videos. Die Texte von Eef Barzelay sind sehr, wie soll ich es nennen, eigen. Manchmal lacht man bis man unter dem Tisch liegt, um sich im nächsten Moment wieder zu fragen ob das gerade nicht eine der traurigsten Zeilen war die man jemals gehört hat. In diesem Bereich bewegt man sich auf Eefs Solodebut permanent. Ob „hoochie skanks“ oder „smooth, hairless japanese bodies“, viele Zeilen vermutet man hinter der angenehm zurückgenommen musikalischen Begleitung nicht. Zum größten Teil spielt Barzelay seine Lieder solo an der Akustikgitarre. Vor allem live gibt das dem Ganzen einen großartigen Charme und bringt die Rampensau im Musiker ans Licht. Aber auch auf Platte funktioniert das Rezept.

The truthfulness must leave the room if I ever wish you well. Diese Textzeile aus Well zeigt, Barzelay ist mitunter ziemlich bitter. Nachdenklich macht er einen besonders dann wenn er über sich zu singen scheint. Aber egal wen er in den Vordergrund stellt, der Mann hat etwas zu erzählen und die puren Akustikgitarrenmelodien unterstützen ihn dabei. Manchmal erinnern einen seine Songs an Tragikkomödien mit Steve Buscemi. Sympathisch, lustig, aber immer kurz vorm Fall. Dem Fall in die große Traurigkeit. Bitter Honey schließt mit einem Cover von Joy to the World. Der Welt die Barzelay in seinen Liedern besingt steht hier ein textlicher Alternativentwurf gegenüber.(Sascha Knapek)

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