Voxtrot – Raised By Wolves / Mothers, Sisters, Daughters, Wives


Voxtrot

Die Rezension hier entstand in den letzten Monaten wohl bereits einige hundert mal. Mit jedem Durchgang der beiden EPs fanden sich neue wundervolle Bilder und Superlative, die den Sound der Amerikaner beschreiben sollten. Monatelang mußten Mitmenschen sich wundern, warum der Rezensent hier ganz strahlend vor ihnen steht.

Nachbarn hörten immer und immer wieder Tage und Nächtelang die gleichen Songs. Und nun – einen Tag nach Abgabeschluss der Rezension – bleibt nur noch Sprachlosigkeit über. Vielleicht sollte man nach all dem einfach nur schweigen und dem Leser Voxtrot an´s Herz legen. An sich möchte man die Band nur für sich behalten, weil Liebe so zerbrechlich sein kann und durch den Rudelfick so leicht abgeschlachtet wird. Da werden Lieblingsbands zu Hassfiguren und umgekehrt. Also lassen wir die halbe Seite leer, beschränken uns auf die wirklich informativen Dinge und fassen uns
kurz.

Raised By Wolves ist nichts Neues. Seit einem Jahr etwa kursieren die Songs im Netz und die Liebhaber der Band verbreiten sich seit dem wie die Staatsschulden. Nun gibt es jedenfalls den lang erwarteten Nachfolger der EP und auch der bietet fünf Songs, die auf Anhieb von den Socken hauen. Das allseits beliebte Start Of Something findet hier mit dem Titelsong Mothers, Sisters, Daughters, Wives und Soft & Warm ebenbürtige Nachfolger und auch mit mehr Wucht in den Songs können Voxtrot überzeugen. Aufgrund der Mischung aus Leichtfüßigkeit und sanfter Melancholie tauchen die Smiths beim Hören natürlich alle Nase lang vor deinen Augen auf, im Hintergrund ist da aber sonst das Beste, das die 60er bis 00er hervorgebracht haben. Die Zeit, dein Leben, deine Liebe…alles überschlägt sich, schlägt Purzelbäume, verpasst dir Seitenhiebe, treibt an und macht dich so Glücklich. „Hier“ steht längst auf dem Kopf und „Dort“ hat plötzlich keine Bedeutung mehr.

Voxtrot sind nicht die beste Band der Welt. Such dir aus, wem du in diese Rolle stopfst. Sie machen jedoch überaus glücklich und werden noch in diesem Jahr die Welt erobern. Das ist so sicher wie Dinge, die ganz sicher sind. Ja, und der Gedanke bringt Verlustängste. Vielleicht können wir uns alle drauf einigen die Platte zu kaufen, die Klappe zu halten und jeder für sich Voxtrot einfach lieb haben. Wäre das nicht optimal? Ja? (Sebastian Jegorow)

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