Hostel


Hostel

Einige Horrorfilme und Schocker der jüngsten Vergangenheit zeigten, dass das Genre nicht unbedingt in einer Krise steckt und immer wieder sehenswerte Filme hervorzaubern kann. Hier ist jedoch ein Exemplar, das – mit Quentin Tarantino als Zugpferd (immerhin besteht die Promo auf die Erwähnung des Namens) – besonders idiotisch ausfiel. Hostel fängt wie eine ganz schlechte Kopie der Eurotrip-Filme an. Ein paar Vollspacken machen sich auf eine Flachleg-Reise durch Europa. Das war´s. Nach etwa 20 Minuten, die selbst American Pie wie einen intellektuellen Arte-Film dastehen lassen, sehnt sich der geduldige Zuschauer dann tatsächlich nach einem möglichst flotten Ableben der Hauptfiguren. Und langsam nähert man sich sichtlich dem angekündigten Schlachtfest.

Der düstere Wald ist diesmal die Slowakei, was auch wieder einmal von viel Intelligenz seitens der Drehbuchautoren zeugt, und der böse Wolf sind einige absurd wirkende Männer, die geheimnisvoll sein sollen. Der Rest ist das Ekelprinzip in extremer Fassung. Ekelprinzip zusammengefasst: Auge Weg, diverse andere Körperteile ebenfalls, Frau vor Zug…alles in´s richtige Licht gerückt natürlich und quälend langsam, damit das Sadistenherz Spaß dran hat. Ob die Story dabei auch nur einen Hauch Spannung – geschweige denn Tiefe – besitzt, spielt dabei keine Rolle. Kurz vor dem erhofften Ende kommt bei der Auflösung tatsächlich etwas, aus dem man mit etwas Können (oder Wollen) ein interessantes Ende machen könnte.

Da wäre sogar Gesellschaftskritik drin. Doch noch ehe der Zuschauer nachdenkt, wird er von dem nächsten Massaker genervt. Wenn wir die blutigen Szenen in Hostel mit Gepimper ersetzen würden, dann hätten wir hier tatsächlich einen typischen Porno vorliegen, nach dem sich die DVD Vertriebe nur so die Finger lechzen würden. Das Ergebnis wäre ebenso sinnlos und stumpf, aber zumindest nicht ganz so ekelig. (Sebastian Jegorow)

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