Youth Group – Skeleton Jar



Auch wenn beim verspäteten Deutschland-Release des zweiten Youth Group Longplayers kaum jemand die Band kennen dürfte, kann man bereits vorab einige Namen nennen, die das Indie-Volk jederzeit in Verzückung bringen. Also los geht das Namedropping: Bassist Patrick Matthews dürfte den meisten von seinen Einsätzen bei den Vines bekannt sein, Ziehvater und großer Fan der Band ist Chris Walla, dem wir für diverse Death Cab For Cutie und Postal Service Tracks bis an unser Lebensende dankbar sind, und zudem durfte das Quartett unter anderem bereits die Strokes und Elliott Smith supporten. Also sind Youth Group bei weitem keine Anfänger oder Nobodies. Das hätte wohl auch niemand gedacht, der sich Skeleton Jar anhört.

Seine Liebe an die Band vergibt man beim Opener Shadowland. Recht flott reguliert sich der Herzschlag, und orientiert sich von nun an an den treibenden Drumparts des Stückes. Wenn alles vorbei ist und du denkst, dass du das Highlight der Platte gehört hast, schmeissen sie dir den Titelsong vor die Füße. Mit dabei ist die Vorstellung wie toll das Ganze wohl live klingen dürfte. Dann nämlich, wenn die Lichter konträr zur Zeile „Then the lights go out“ angehen und das Schlagzeug den nötigen Tick Lautstärke hinzu bekommt. Toby Martins Stimme singt meist sanft und bekommt, ähnlich wie die instrumentelle Begleitung, nur hier und da etwas Wucht. Dann nämlich entscheiden sich Youth Group Verzerrer, Flanger und Gott weiß was durch die Amps zu pumpen.

Ihre beiden großen Nummern hat die Band damit scheinbar bereits am Anfang verpulvert. Was jedoch darauf folgt, ist überaus guter…ja nun…Emo? Pop-Rock? Rock? Whatever…nennen wir sie für heute mal die besseren Nada Surf. Denn an diese Band, ihr tolles Let Go und weniger tolles The Weight Is A Gift erinnern die Stücke am ehesten. Insbesondere Baby Body könnte auch durchaus auf den beiden Alben Platz nehmen ohne wie ein Fremdkörper zu wirken. Das Ende? Piece Of Wood heißt es und ist eine kleine Akustikballade. Mittendrin erklingt die Zeile „Touch me I don’t feel too good“. Irgendwo ist ein Lagerfeuer und die Liebe ist auch wieder dabei.

Das mit den zwei großen Highlights wird an dieser Stelle revidiert. Mindestens drei sind es auf Skeleton Jar…aber mindestens.
[Sebastian Jegorow]

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