Wolf Parade – Apologies To Queen Mary



Wolf Parade: vier mänliche Bandmitglieder, tourten mit Modest Mouse und Arcade Fire, kommen aus Kanada, veröffentlichten bisher eine EP. Alle sonstigen Informationen, die diese Band betreffen, dürften wohl keine Sau interessieren. Entscheidend ist die Musik, und die kann einem recht flott den Kopf verdrehen.

Die erste Hälfte des Albums besteht, trotz aller Kürze, aus dem Opener You are a runner and I am my father’s son, den man bereits auf der ersten EP der Band entdecken konnte. Schlagzeug, Klavier und Hörer stampfen sich da gegenseitig hoch und die Band gibt sich allergrößte Mühe bereits in den ersten drei Minuten der Platte den Thron deiner Lieblingsband zu erklimmen. Zeilen wie I’ll build a house inside of you / I’ll go in through the mouth / I’ll draw three figures on your heart / One of them will be me as a boy / One of them will be me /One of them will be me watching you run unterstützen diesen Eindruck zusätzlich. Der Euphoriker kritzelt bereits jetzt Arcade Fire von seiner Liste runter und schreibt Wolf Parade an deren Stelle, während der sachliche Analytiker einfach mal den Rest abwartet.

Und der Rest ist zunächst wie eine Achterbahnfahrt in Lichtgeschwindigkeit. Da rauschen die Audio-Landschaften und die Überraschungsmomente nur so an einem vorbei, während die Glückshormone verrückt spielen. Selbst auf Unterbrechungen zwischen den Songs wird meist verzichtet. Fest steht: der Großteil klingt wild, wie man es von Wölfen kennt, und kann in die neu erdachte Schublade „Arcade Fire mit Hummeln im Hintern“ gepackt werden. So ganz genießen kann man die ganzen Eindrücke beim ersten Durchgang nicht, doch irgendwo ist da die Gewissheit etwas Großes zu hören. Mit der Zeit setzt sich die Verwirrung. Die Lalalalalalas in „Sons and Daughters Of The Hungry Ghosts“, die anfangs bei weitem nicht zu den besten Lalalas (geschweige denn Nananas) des Jahres gehören wollen, setzen sich beim wiederholten Durchgang im Ohr fest, mit Modern World und I’ll believe in anything finden sich weitere zwei Höhepunkte und .

Nach etwa einem Monat Wolf Parade wird selbst der Euphoriker wieder Arcade Fire an die Spitze seiner Jahrescharts schreiben und Wolf Parade irgendwo knapp dahinter platzieren. Doch auch wenn die Wolf Parade letztlich in einigen Kategorieren doch noch den Kürzeren zieht, beschenkt sie uns mit einer der frischesten und packendsten Platten des Jahres.

This heart´s on fire this heart´s on fire this heart´s on fire.
[Sebastian Jegorow]

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