Taunus – Malinche



Neulich wurde der verwirrte Redakteur beim Stöbern in der Elektroabteilung seines liebsten Plattenladens auf diese ungewöhnlich relaxte Scheibe aufmerksam.

Jochen Briesen und Jan Thoben, die das Duo Taunus gründeten scheinen wohl rein gar nichts von den Gesetzen des Musikmarktes zu verstehen. Groß auftragen, möglichst mit einer großen Anzahl an Instrumenten und einer Fülle an skurillen klingeltonkompatiblen Sounds muss heutzutage geglänzt werden. Die beiden sympathischen Berliner interessiert das aber wohl überhaupt nicht.

Völlig unaufgeregt spielen sie auf ihrem Debüt Malinche knapp 40 Minuten lang Pickings auf Akustikgitarren und Banjos, die nur selten von dem Schlagzeug und nur in einem Stück vom Gesang begleitet werden. Im Vordergrund stehen die Akustikgitarren, auf denen flüssige Läufe gespielt werden. Hier und da wird für kurze Zeit einen Gang hochgeschaltet und die Gitarrensaiten etwas lauter angespielt. An sich bleibt die Musik jedoch immer ruhig. Der Blick auf die Tracklist ist an sich völlig nutzlos, da die Platte wie aus einem Guß daherkommt und den verträumten Hörer dazu verleitet die Übergänge zwischen den Stücken völlig zu überhören. Easy Listening Deluxe sozusagen…

Wie gesagt, von cleveren Marktstrategien verstehen Taunus nun wirklich gar nichts, umso schöner schaffen sie es jedoch die Hörer, die diese liebliche kleine Musikperle entdecken, zum entspannen zu bewegen.
[Sebastian Jegorow]

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