Locas In Love – What Matters Is The Poem



Locas in Love, die aus Köln kommen und sich nach einem Comic benannt haben, überzeugen seit mehreren Jahren Live und auf EPs die wachsende Fangemeinde mit ihrem deutschsprachigen Indie-Pop.

Anstatt fremden Erfolgsrezepten zu folgen und den Hörer mit stumpfsinnigen Protestliedern oder schleimigen Wortballen vollzusülzen, legen die Locas auf ihrem ersten Longplayer primär Wert aus das konsequent ausgereifte Songwriting. Die recht roh klingenden Aufnahmen erinnern anfangs eher an Abi-Bands. Bereits beim ersten Hören entfachen sie jedoch ihre volle Schönheit. Allen voran geht da die zerbrechliche Popnummer In My Life mit einem Zitat der Beatles.

Hauptsächlich drehen sich die größtenteils deutschsprachigen Texte um das Leben, die Liebe und um die Vergänglichkeit beider. Zeilen wie „Und wenn ich keine Angst habe, bin ich wütend oder krank und verwirrt oder ich bin mit dir und dann bin ich erträglich“ oder „Etwas ist immer in mir und es muss immer hinaus. Es geht ins Nichts und es geht zu dir, es setzt sich zur Ruhe auf dem Papier, aber es muss immer hinaus“ hinterlassen einen tiefen Eindruck.
Musikalisch wird abwechslungsreich mal rotzig gerockt und mal in Slow-Motion vor sich hin gerollt. Eben so wie es grad am besten passt. Da darf und muss das sonst eher ruhige Der einzige Song in einem lauten Schlussakkord enden und dem coolen Instrumental Lemmy Caution, bei dem man John Travolta und Uma Thurman tanzend vor Augen hat, weichen. Und so kann die Platte auch nur mit dem Nachbeben des traurigen Songs Our Hearts And The Real World enden, weil es sich an dieser Stelle eben gut anfühlt.

What Matters Is The Poem wirkt wie eine kleine Platte, einer kleinen Band mit 12 kleinen Songs. Was jedoch dahiner steckt ist großes Talent, das bezaubert und die charmanten Kölner insbesondere Live über sich hinauswachsen lässt…denn „All That Matters Is The Poem“.
[Sebastian Jegorow]

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