Josh Rouse – Nashville



Nachdem der Songwriter Josh Rouse auf seinem letzten Album 1972 den Sound seines Geburtsjahres beschwor, geht es auf der neuen Platte Nashville um seine langjähriges Zuhause Nashville.

Viel ist dem 33jährigen seit der Veröffentlichung seines letzten Albums passiert: Tournee, Scheidung, Sinnkrise und wie man der Rückseite des Digipacks entnehmen kann auch noch ein neuer Kurzhaarschnitt. Zudem kehrte der Songwriter nach vielen Jahren Nashville kurzerhand den Rücken und zog in die kleine Stadt Altea in Spanien. Als Abschiedgeschenk widmet er nun seinen fünften Longplayer der Countrymetropole. Und wie man es von Rouse kennt verarbeitet er die persönlichen Erfahrungen in seiner Musik. So hört man in Stücken wie My Love Has Gone, Sad Eyes oder Life tatsächlich Abschiedsschmerz und die Euphorie des Neuanfangs zugleich.

Natürlich ist die Veränderung des Sounds, wie schon auf 1972, nur eine Nuancenverschiebung und wer ein Album mit Klischeehaften Countrysongs erwartet, ist auf der falschen Fährte. Hier und da tritt eine Pedal Steel in den Vordergrund und ab und an merkt man der Musik ihre Einflüsse an. An sich spielt Rouse, von seiner Band begleitet, auf Nashville jedoch immernoch leichtfüssige Popsongs und immernoch fühlt sich jeder einzelne Ton wie eine neue Liebe an.

Und so gibt es wohl keine bessere Art den kalten Winter zu überstehen, als Nashville mit dem Bild vor Augen zu hören, wie Josh Rouse einsam zum letzten mal durch Nashville unter den kalten blauen Sternen wandelt und diese wundervoll warmen Songs vor sich hin trällert.
[Sebastian Jegorow]

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