Damien Rice – O



Inzwischen scheint es zur Tradition zu werden, dass Deutschland in Sachen gute Musik anderen Ländern hinterherhinkt. Nun erscheint endlich dieses schöne Herbstalbum, das in Irland die Musikliebhaber bereits vor knapp zwei Jahren in Euphorie brachte und dort auf Anhieb auf Platz sieben der Charts landete.

Damien Rice ist ein Songwriter, der mit seinen spärlich arrangierten, jedoch trotzdem originellen und sehr emotionalen Songs zu überzeugen weiß. Mit einer tollen Stimme und der Gitarre bewaffnet gelingt es ihm auf dieser Platte, dem gelegentlich eintönig wirkenden Songwriter-Genre eine neue Note zu verleihen.

Überall wo dieses Album erschien, zog es eine Spur des Erfolges mit sich. Nachdem Damien Rice mit der Single „Blower´s Daughter“ 2001 auf sich aufmerksam machte, wurde das Album, das einige Monate später erschien zum großen Charstürmer. Es folgten viele Konzerte, die Eroberung Englands und nachdem der Song Blower´s Daughter in einer Folge der Serie Dawson´s Creek erschien hat der smarte Ire ebenfalls bei den Amerikanern gute Chancen den Erfolg zu wiederholen. Ob durch Mund zu Mund propaganda, Tapes, MP3 Tauschbörsen oder Zufall. Früher oder später entdeckt ihn jeder.

Zwei Jahre lang hat es gedauert dieses Werk überall dort aufzunehmen, wo sich Damien Rice gerade wohlfühlte und man hört die Perfektion und Abwechslung jeder Note an. Einige der Songs spielte Rice zum ersten mal in Europa als er unterwegs als Straßenmusiker Erfahrung sammelte. Die Suche nach schwachen Songs wird zur erfolglosen Schnitzeljagt, von Vorhersehbarkeit keine Spur.

Nahezu jedes Stück besitzt einen klar nachvollziehbaren Spannungsbogen und einen Höhepunkt mit viel Pathos. Da macht einer deutlich einen auf dicke Hose könnte man sagen. Doch Damien Rice kommt bei seinen Songs zugleich unheimlich echt rüber.

Die Platte endet, wie man es schon fast erwarten könnte – überraschend nämlich – mit einer zerbrechend schönen Lovesong-Fassung des weihnachtlichen Silent Night, Holy Night.
[Sebastian Jegorow]

Und so kullern wir uns Wahnsinnigen ganz nahe an die Box… noch näher, hören weiter der Platte zu, hauen jedem, der es wagt an die Anlage zu gehen, auf die Finger und bringen nicht mehr raus als ein Schweigen.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.