Babyshambles – Down In Albion



Nach dem Ende der Libertines erscheint nun endlich das Debütalbum der Nachfolgeband Babyshambles mit Pete Doherty als Frontman. Ja, der Pete Doherty, den wir aus den Schlagzeilen der Boulevardblätter kennen.

Da ist er: der moderne Peter Pan, der niemals erwachsen werden will und sich mit seiner Tinker Bell regelmäßig von der Realität in´s Nimmerland verkrümmelt. Gut bekommt es ihm nicht. Schließlich ist Pete Doherty, Sänger der Babyshambles, in den letzten Jahren zur laufenden Anti-Drogen-Kampagne geworden. Ein Blick auf diese zerstörte Seele und den mitgenommenen Körper dürfte jeden vor dem Drogenkonsum abschrecken. Eine Lebensweise mit einem überaus kurzen Haltbarkeitsdatum und dem Pendeln zwischen Rausch und Rausch. Selbst seinen alten Libertines-Bandkollegen war die übermäßige Selbstdarstellung und Selbstzerstörung irgendwann genug. Aber dat wohl selbst eure Großmutter in der Boulevaradpresse gelesen. Also knicken wir die Story an der Stelle und wechseln zur Musik.

Monatelang angekündigt und nun im Rahmen einer unscheinbaren kleinen Platte soll es Schlummern. Das Meisterwerk, das in einigen Jahren irgendwo neben Nevermind, Beggars Banquet, London Calling und L.A. Woman in diesen überaus nervigen „Beste Alben der Rockgeschichte“-Artikeln angepriesen wird. Ist es das? Nun, vorweg durfte man angesichts der Wucht der beiden Singles Killamangiro und Fuck Forever nur Kopfnicken. Große Hymnen, die im gelungenen Musikjahr 2005 beide für sich stehen und selbst in Jahrzehnten noch hell leuchten werden.

Große Momente überhäufen sich in einigen Songs wie dem gigantischen Chaos genannt Up The Morning oder schimmern leise bei der wundervollen Ballade „Albion“ durch. Ja, es ist musikalisch das große Ding. Die Erbsenzähler können sich an eine aktualisierte Fassung ihrer „besten Alben der Rockgeschichte“ setzen. Uns ist es egal, wir lassen die Kirche im Dorf und wollen nur eine gute Platte hören. Und da haben wir sie.
[Sebastian Jegorow]

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