Arcade Fire – Funeral



The Arcade Fire ist so etwas wie das neue große Rockding und die Band bietet mit ihren intelligent aufgebauten Songs endlich etwas Abwechslung zu der großen Masse an Schrammelbands.

Die Konfronation mit dieser Platte ist ein recht abenteuerliches Unterfangen. Da hätten wir zunächst das schicke Cover mit den sonderbar nichtssagenden Songtiteln und im Digipack steckt ein Booklet, das sich als Beerdigungseinladung entpuppt. Die Sehnsucht nach großen Gefühlen und Tragik läßt den Käufer dann recht schnell die CD in den Player werfen und damit haben The Arcade Fire den Armen bereits in ihre Fänge genommen. Denn was die Band uns auf ihrem Debüt präsentiert ist ein 50minütiger Trauermarsch, der an Frische und Spannung kaum zu überbieten ist.

Gefesselt von dem, was man zu hören bekommt, entwickelt man nach und nach ein immer klareres Bild der anfangs unüberschaubaren Songs. Die 10 Stücke von Funeral besitzen dabei so etwas wie ein Eigenleben. Sie reissen aus, schwenken plötzlich von Rock in schwungvolle Pianonummern um, kehren als große Rockhymnen zurück und verwandeln sich dann wieder in ein sanftes Schlaflied. Win Butlers Stimme erinnert dabei stark an Keith Caputo, singt prägnante Zeilen wie „And if my parents are crying then I´ll dig a tunnel from my window to yours / yeah a tunnel from my window to yours / You climb out the chimney and meet me in the middle“ und wird dabei von allen möglichen Instrumenten begleitet. The Arcade Fire machen packende Musik, die aus dem Herzen kommt und dieses ebenso erreicht.

Wie wir wissen ist jedes Ende ein Neuanfang und so ist die zum 28.02.2005 angesetzte Beerdigung zugleich eines der musikalischen Highlight des Jahres und der Beginn einer großartigen Band. Eine Platte, die man erforschen muss, die trotz der riesigen Bandbreite an Sounds wie aus einem Guss daherkommt und den Hörer für eine lange Zeit fesselt.
[Sebastian Jegorow]

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