Andreas Dorau – Ich bin der eine von uns beiden



Vor nicht langer Zeit präsentierte uns Justus Köhncke auf seinem Album „Doppelleben“ eine spannende Mischung aus Schlager-Songwriting und Elektromusik. Das neue Album des ehemaligen NDW-Stars Andreas Dorau (u.a. „Fred vom Jupiter“) funktioniert ähnlich.

Der Geist von Köhnckes Doppelleben schwebt nicht nur über dem Titel, dem Prinzip und dem Albumcover, auf dem sich die beiden Seiten des Andreas Dorau – also die wilde Sau und der Schlagertyp – umarmen. Der Kölner DJ hat sogar selbst bei einem Großteil der Tracks mitgemischt.

Natürlich spaltet die Musik auch hier, und Dorau wandelt auf einem unheimlich schmalen Grat. Hier und da hoppst er in die Tiefen des Stumpfsinns. 40 Frauen erinnert, nicht nur wegen der Lyrics, an das gruselige „10 nackte Friseusen“. Ist das nun etwa auch Absicht? Whatever, Ausrutscher-Stempel drauf und weiter, denn der Rest der Songs hat mehr zu bieten. Sowohl textlich, als auch musikalisch wird bei Nummern wie Schwarze Furchen oder Die Besondere (welch großartige Lyrics!) klar, das wir es hier mit Musik zu tun haben, die im Bierzelt nichts zu suchen hat.

Mal setzt sich die Elektrosau durch, wie bei dem Instrumental „Hände im Sand“, und mal der Schlager-Dorau. Elektro tanzt Hand in Hand mit deutschen Texten und leichten Melodien. Die tolle Zusammenarbeit mit Carsten Mayer aka Erobique bringt uns die Außenseiterhymne Du bist nicht wie die anderen. Und dann ist er da. Der potentielle Hit, der hier Kein Liebeslied heißt, und sogar von Sven Regener geschrieben wurde. Eine Melodie, eine Frauenstimme, und ein riesen Ohrwurm, der bereits von Carsten Mayers International Pony Kumpel DJ Koze mit einem Remix vergoldet wurde.
[Sebastian Jegorow]

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