Adam Green – Gemstones



Adam Green war mit den Moldy Peaches jahrelang der Eckpfeiler der inzwischen leider leicht brüchigen Anti-Folk Szene. Nach dem großen Erfolg seines zweiten Soloalbums bringt er nun den Nachfolger mit dem üblichen gehalt an skurillen Texten und großartigen Melodien.

Zunächst fällt beim einlegen der Gemstones-CD die Kürze von nur knapp über 30 Minuten auf, was sonst höchstens für Speed-Metal, Punkalben oder längste Maxis der Welt üblich ist. Doch wen sollte es kümmern, wenn der ebenfalls kurze Vorgänger Friends Of Mine, mit dem Adam Green der große Durchbruch gelang ein so großes Feuerwerk an frische entfachte, das locker ausreichte um die Hörer 2 Jahre lang zum strahlen zu bringen.

Das Melodiespektrum der Songs schwankt auch auf „Gemstones“ zwischen Melancholie, lustigen Kindermelodien und bekommt durch die Lyrics einen Charme, dem man sich kaum widersetzen kann. Immernoch schafft es Adam Green in seinen Texten passend zu der Musik gekonnt traurige Geschichten mit neuen Reimen auf weibliche Geschlechtsorgane, Polenwitze oder sonstigen Sinnlosigkeiten zu mischen.
Franz Kafka, der Verlobte seiner Urgroßmutter Felice Bauer würde bei solch schrägen Texten vielleicht im Grab rotieren, obwohl es auch sehr gut denkbar wäre, dass er selbst unheimlich viel Spaß an ihnen haben würde.

Kurz gesagt: dem großen schüchternen New Yorker ist wieder einmal eine kleine zeitlose Platte voller Klamauk (pfui, sehr blödes Wort) und höchst liebeswürdiger Songs gelungen, die natürlich bei weitem nicht an die Vorgänger heranreicht. Doch wen interessiert´s?
[Sebastian Jegorow]

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