Ezio @ Kantine, Köln



Wer Ezio schon einmal live gesehen hat, bekommt beim Gedanken an den Abend strahlende Augen. Am 24.03.2005 spielten die beiden Briten ihren Akustikrock und machten damit die Zuschauer der Kölner Kantine überglücklich.

Die beiden Musiker von Ezio blicken inzwischen auf eine knapp 15jährige Bandgeschichte zurück, in der sie es nicht immer einfach hatten. Probleme mit Plattenfirmen und kaum Support in den Medien sind grundsätzlich schwierige Voraussetzungen für eine Band. Gerade deswegen ist es beeindruckend, wie groß ihre Fangemeinde inzwischen ist und, dass ausgerechnet das Trashmusik-Land Deutschland aufgrund des großen Interesses der Fans zur zweiten Heimat von Ezio wurde. Wie der Rattenfänger von Hammeln tingeln die beiden das ganze Jahr über durch Deutschland und England, spielen ihre Songs auf Akustikgitarren, verdienen so ihren Unterhalt und das Geld zum weiteren musizieren und ziehen immer größe Mengen an Fans an. Wer die Band einmal live gesehen hat, der kommt nicht mehr davon und wird süchtig nach dem Ezio Livererlebnis. Und so ist es zwar erstaunlich, jedoch nicht verwunderlich, dass die beiden es schaffen ohne große Promotion die recht große Kölner Kantine zu füllen.

Immernoch haben Ezio ihre Tour-Crew, die sich Dreamcatcher nennt und ihr neues Album präsentiert, als Support und diese schafft es perfekt mit ihren eigenen Songs zu unterhalten und die Zuschauer auf den Hauptact vorzubereiten.
Als die beiden dann um 21 Uhr in Begleitung der Stammband auf die Bühne treten, haben sie die Zuschauer bereits voll im Griff.

Gründe für diese Euphorie dürfte einerseits das virtuose Gitarren- und Zusammen-Spiel der beiden sein. Andererseits sind es die Songs selbst, die Live am besten sind. Hinzu kommt noch die Mischung der beiden sehr seltsam wirkenden Figuren, die diese Musik in Bandbegleitung vortragen. Da hätten wir einmal den riesen Booga, bei dem aufgrund seiner Größe und Fülle die Gitarre wie eine Ukulele aussieht, der jeden gespielten Ton mitlebt und meist glücklich in die Zuschauerreihen grinst. Und als zweites der Sänger Ezio, der mit seiner Stimme alle möglichen Teile unserer Anatomie erweicht und zwischendurch mit lustigen (und gelegentlich bitterbösen) Kommentaren unterhält. So verrät er den Zuschauern an diesem auch, dass er gerne nach Köln ziehen würde und macht damit viele glücklich, die bei der Vorstellung öfters Ezio in ihrer Heimat sehen zu können bis über beide Ohren zu strahlen anfangen.

Gespielt wird Altes wie Neues. Ezio-Klassiker wie Deeper, Angel Song oder Alex werden mit einigen bisher unveröffentlichten Songs gemischt und wie man es von Ezio kennt durch diverse Soli und Präsentationen der Gitarrenkünste in einem XXL Rahmen präsentiert. Zum Schluß hat Booga mit dem Song Stay With Me nach Moonburn sein zweites Sololied und bei The Further We Stretch missachten einige Zuschauer sogar das Tanzverbot.

Am Ende sind Zuschauer wie Musiker total entkräftet, jedoch der Gewissheit sicher, dass das mit den Ezio-Konzerten so ähnlich ist, wie mit den Nachmittagen im Songtext von Deeper: Das einzig Falsche an beiden ist, trotz einer Dauer von knapp 3 Stunden, dass sie zu schnell vorbei gehen.
[Sebastian Jegorow]

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